10.04.2008

Zum Anbeißen schön?

Foto: pixelio
Wer an Fingernägeln kaut oder an den Fingern und der Nagelhaut knibbelt, hat nicht nur ein ästhetisches Nagelproblem, sondern leidet meist selbst unter dieser Angewohnheit, die in der Fachsprache „Onychophagie“ genannt wird. Oftmals geschieht das Nägelkauen unbewusst, was die Kontrolle über den krankhaften Automatismus erschwert. Nägel werden nicht deshalb „geknabbert“, damit sie kürzer werden oder weil es etwa Spaß macht. In den meisten Fällen ist es eine so genannte „kompensatorische Handlung“, die ein anderes Problem überdecken (Ersatzhandlung) oder dem Stressabbau dienen soll. Aber auch ohne tiefenpsychologische Kenntnisse ist es möglich, Nägelkauern Hilfestellung und Tipps gegen die lästige Angewohnheit zu geben. Auch „Fingerknibbler“ können von den Tipps profitieren.

Tipps zum Abgewöhnen:
Spezielle Tinkturen, Lacke oder auch künstliche Fingernägel können helfen, sich das Nägelkauen abzugewöhnen. Bei Kindern empfiehlt sich zum Beispiel eine bitter schmeckende Tinktur aus der Apotheke, die auf die Nägel gegeben wird. Zusätzlich dazu können (und sollten!) die Eltern noch mit Belohnungen arbeiten und auf keinen Fall mit Strafen drohen.

Bei Erwachsenen Menschen, vor allem bei Frauen, helfen bereits frisch lackierte oder manikürte Hände. Diese wirken dann visuell wie ein „Stopp-Signal“. Besonders hilfreich sind künstliche Nägel. Sie sehen erstens direkt ästhetisch aus und sind zweitens so fest, dass man sie oft gar nicht abkauen kann. Wenn hier die malträtierten Nägel und die Nagelhaut erst einmal von Klinken und Kanten befreit wurden, sehen die Finger nicht nur so schön aus, dass man Scheu hat zuzubeißen, sondern sie bieten auch keinen Grund mehr zum Knibbeln. Nagelhärtende Lacke können zudem das Nachwachsen der Nägel unterstützen.

Aber gerade erwachsene Nägelbeißer neigen dazu, ihre Hände eher zu verstecken als zu maniküren. Dieser Mangel an Pflege kann dazu führen, dass die Nagelhaut austrocknet, einreißt und so einen weiteren Anreiz zum Knibbeln bietet. Eine Handcreme kann gegensteuern. Täglich verwendet, verbessert sie die Nagelhaut - und damit auch die Einstellung zu den Händen: Statt sie als etwas Peinliches zu betrachten, das versteckt werden muss, werden sie zu Objekten liebevoller Pflege. Auch Kaugummis und knackige Äpfel können die Beißlust stillen. Der Beschäftigungsdrang mit und durch die Hände kann mit einem Anti-Stress-Knetball befriedigt werden. (Quelle: Healthy Living)