05.11.2004

Winter(laune) adé - mit Klostermedizin das Wohlbefinden und das Immunsystem stärken

Zum Winterbeginn gesellen sich oft neben diversen Infektanfälligkeiten auch die so genannten "Winterdepressionen", die auf den Mangel photosynthetischer Prozesse zurück zu führen sind. Die dunkle Jahreszeit ist für manche Menschen verantwortlich für Antriebsschwäche und vermehrte Infekte. Wer nicht gleich in die Chemiekiste greifen möchte, kann sich das jahrtausende alte Wissen der Mönche zu Nutze machen.

Die Heilsubstanzen der Mönche wurden von Forschern der Uni Würzburg neu entdeckt und im Labor wissenschaftlich getestet. Ergebnis: Selbst Gurken, Salbei oder Thymian können den Kampf mit harten Chemo-Keulen aufnehmen. Jüngste Untersuchungen von mehr als 450 Heilpflanzen haben ergeben, dass die Geheimrezepte der Mönche oft genau so wirksam sind wie moderne Präparate. So wurde z.B. im Mittelalter Thymian bei starkem Husten eingesetzt, dessen ätherischen Öle und Triterpene keimtötend und antibakteriell wirken. Bei fieberhaften Erkrankungen griffen die "Klostermediziner" zur Tollkirsche Belladonna, deren Gift - richtig dosiert - als hochwirksames Mittel bei grippalen Infekten gilt. Eine immunstimulierende Wirkung wird der Heilpflanze Wasserdost zugeschrieben, deren Polysaccaride und Glykoproteine bei Atemwegserkrankungen helfen. Als fiebersenkend gelten Gurken, konzentrationsfördernd ist Süßholz (also Lakritz).

Doch nicht nur "Haribo" macht froh, vor allem gegen den Winterblues wird dem Borretsch eine aufheiternde Wirkung zugeschrieben: Seine essentiellen Fettsäuren fördern die Produktion des Glückshormons Serotonin, die Wirkung stelle sich (bei Einnahme von täglich einer Kapsel) bereits nach wenigen Tagen ein. Klein zerhackt, lassen sich die Blätter dieser "Glücksheilpflanze" auch als Gewürz für Salate oder Saucen verarbeiten.

Quelle: "Handbuch der Klosterheilkunde", Alexander Hasselhoft (Jahreszeiten-Verlag)