31.05.2012

„UV-Strahlen und Medikamente: Keine harmonische Verbindung“ (Barmer Gek )

Wenn Sonne die Haut irritiert

Fotoquelle: apotheken-umschau.de
Die Frühlingssonne bringt für einige Menschen, die Medikamente einnehmen, eine unangenehme Überraschung. Die Haut reagiert gereizt, obwohl der empfohlene UV-Schutz aufgetragen ist und die Zeit in der Sonne nicht zu lange dauert. Nicht selten sind Medikamente Auslöser dafür. „Einige Arzneimittel erhöhen die Empfindlichkeit der Haut für UV-Licht so sehr, dass bereits ein kurzer Aufenthalt in der Sonne die Haut erheblich schädigen kann. Dabei unterscheiden Mediziner zwischen einer fotoallergischen und einer fototoxischen Reaktion: Bei der ersten geht einer Hautreaktion eine Sensibilisierungsphase von bis zu mehreren Tagen voraus, bei der zweiten kann sich eine entsprechende Reaktion bereits während der ersten Belichtung bemerkbar machen. Die Symptome reichen bei beiden Reaktionen von einfachen Hautrötungen über braune Flecken, juckende Pusteln bis hin zu Blasenbildung und Abschälen der Haut wie bei einem Sonnenbrand“, erklärt Dr. Utta Petzold, Dermatologin bei der Barmer Gek.

Gerade in diesen Tagen, an denen die Haut nach dem Winter noch sonnenentwöhnt, die UV-Strahlung durch die jahreszeitlich bedingt dünnere Ozonschicht sehr intensiv und der Sonnenstand schon recht hoch ist, macht sich dieser Effekt besonders stark bemerkbar. „Grundsätzlich sollte jeder vor der Einnahme eines Medikaments entweder in dem Beipackzettel nachlesen oder in der Apotheke nachfragen, ob das Präparat die Wirkung der Sonne verstärkt“, rät Petzold. Allerdings gibt es eine Reihe von Medikamenten, bei denen dieser Effekt bereits bekannt ist. Dazu zählen manche Antibiotika, Arzneien, die bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen eingesetzt werden, Aknemittel sowie die Anti-Baby-Pille. Auch einige pflanzliche Mittel – wie zum Beispiel das stimmungsaufhellende Johanniskraut - können in Verbindung mit UV-Strahlung Hautreaktionen hervorrufen.

Das Dilemma: Es gibt keine allgemeingültigen Vorhersagen, wann und wie ausgeprägt Hautschäden dieser Art auftreten. In manchen Fällen reicht bereits ein wirksamer UV-Schutz durch entsprechende Sonnencremes und Kleidung, bei anderen sollten Betroffene die Sonne ganz meiden. In den Fällen, in denen Medikamente langfristig eingenommen werden müssen und keine unbedenkliche Alternative zur Verfügung steht, rät Petzold zu einem Gespräch mit dem behandelnden Arzt. „Manchmal lässt sich die Dosierung eines Medikaments reduzieren. In seltensten Fällen ist aber auch das Anbringen UV-undurchlässiger Folien an Fenstern von Wohnungen und Autos notwendig.“ (Quelle: www.barmer-gek.de/ www.gesundheit-konkret)