30.09.2007

Weniger essen – länger leben?

Mitochondrium/Grafikquelle:Uni Düsseldorf
„Eine verminderte Kalorienaufnahme kann das Leben verlängern“: Diese These samt Erklärung für diese seit Jahrzehnten beobachtete Tatsache liefern nun amerikanische Forscher. Das Team um David Sinclair von der Harvard Medical School hat in Säugetierzellen zwei Gene entdeckt, die in einer Stresssituation wie Kalorienreduktion die Lebensdauer der Zellen steigern können. Die neu entdeckten Gene, SIRT3 und SIRT4, greifen an einem Punkt in der Zelle an, der schon lange im Verdacht steht, für die Gesundheit und Lebensdauer der Zelle wichtig zu sein: den Mitochondrien. Als zelluläre Kraftwerke produzieren sie die für alle ablaufenden Prozesse notwendige Energie. Wenn ihre Leistung nachlässt, sind die Tage der Zelle gezählt.

Das Forscherteam fand nun heraus, dass SIRT3 und 4 die Mitochondrien in Schuss halten können - gerade in kritischen Situationen wie etwa einer verminderten Kalorienzufuhr. Diese löst im Körper Signale aus, die in den Zellen das so genannte NAMPT-Gen aktivieren. In der Folge steigt in den Mitochondrien die Konzentration an NAD. Dieses kleine Molekül kurbelt seinerseits die Aktivität von Enzymen an, die von den Genen SIRT3 und 4 produziert werden - mit dem Resultat, dass die Mitochondrien kräftiger werden und vermehrt Energie liefern. Dadurch verlangsamt sich der Alterungsprozess der gesamten Zelle.

Noch sei unklar, welchen Mechanismus genau die erhöhten Spiegel an NAD sowie SIRT3 und 4 in der Zelle in Gang setzen, "doch wir sehen, dass sie das normale Selbstmordprogramm der Zelle abschwächen", sagen die Forscher. Die Studie zeige das erste Mal, dass SIRT3 und 4 für das Überleben der Zelle eine Rolle spielen. Die beiden Gene könnten mögliche Ansatzpunkte bei der Behandlung von Krankheiten sein, die mit dem Alterungsprozess einhergehen. (Quelle: NetDoktor)