25.12.2007

Wellnessfaktor Schlaf

Foto: Pixelio
Ein kubanisches Sprichwort sagt: „„Wer die ganze Nacht schläft, hat am Tage Anspruch auf ein wenig Ruhe.“ Tatsächlich leisten wir nachts viel mehr, als wir wissen. Warum spricht man zum Beispiel vom Schönheitsschlaf? Und was passiert eigentlich genau mit uns, wenn wir schlafen? IM Folgenden einige Daten und Fakten zum Thema Schlaf:

Der Durchschnittseuropäer verschläft ein Drittel seines Lebens und gewinnt somit unter allen Säugetieren die Bronzemedaille. Silber für den Löwen (natürlich nur das rudelführende Männchen), Gold für das Faultier, das unter 15 Stunden Schlaf nicht einmal ein Augenlid hebt. So liegt der Mensch mit seinen 25 Jahren Schlaf bei einer Lebenserwartung von 75 Jahren zwar „an der Spitze der Langzeit-Penner“ (Vitus B. Dröscher) – die Rechnung funktioniert allerdings nur bei einer regelmäßigen und für viele luxuriösen Mindestschlafdauer von acht Stunden pro Nacht. Und die sei laut Schlaf-Forscher Prof. Dr. James Maas (Cornell University, New York), der zehn Stunden fordert, eigentlich noch zu kurz: "Der Grund, warum es uns im Urlaub oder am Wochenende besser geht, ist nicht, weil wir nicht arbeiten, sondern weil wir dann mehr schlafen!". Der Durchschnittsbürger schlafe jedoch nur 6,7 Stunden pro Nacht, obwohl schon eine Steigerung von acht auf neun Stunden eine Erhöhung der Produktivität am nächsten Tag um 20 Prozent bedeute. Also: anstatt untätig herumzusitzen – ab in die Federn!

Schlafen macht schön, Dornröschen ist das beste Beispiel. Schlafentzug macht zickig, auch hier ein Paradebeispiel aus der Märchenwelt: die Prinzessin auf der Erbse. Schlaf ist aber vor allem lebensnotwendig, und schon in der Antike wurde er in Gestalt des Morpheus vergöttert. Unter Schlaf verstehen Mediziner einen Erholungszustand, ohne den der Mensch nicht leben kann - bei extremem Schlafentzug treten beispielsweise Halluzinationen auf, unser Gehirn spielt verrückt. Wissenschaftler gehen davon aus, dass unsere grauen Zellen sich im Schlaf regenerieren und dabei Gelerntes im Gedächtnis festigen – was allerdings nicht zur logischen Konsequenz hat, dass verpennte Langschläfer generell klüger sind. Unser Schlaf entscheidet aber über Wohlbefinden und Leistungsfähigkeit. Schlafforscher sind der Ansicht, dass wir im Traum versuchen, Lösungsstrategien für Situationen zu finden, die uns am Tage belastet haben - ein guter Grund gerade für Workoholics und Gestresste, sich mehr Schlaf zu gönnen.

Während der Nacht verändern sich unsere Körperfunktionen unmerklich. Tagsüber, wenn die Muskeln auf Hochtouren laufen, können beispielsweise Magen und Darm kaum arbeiten. Erst nachts, wenn die Muskeln zur Ruhe kommen, kann die Verdauung richtig anlaufen. Die Herzfrequenz nimmt ab, die Muskulatur erschlafft. Am langsamsten schlägt unser Herz gegen sechs Uhr morgens. Atemfrequenz, Blutdruck und Körpertemperatur sinken im Schlaf auf ein Minimum. Einige Stoffwechselfunktionen, so die Hormonproduktion, sind hingegen besonders aktiv. Auch das Liebesleben kommt auf Hochtouren – sofern man es nicht verschläft.