26.10.2006

Wellness im Alltag: Hilfe bei Stress-Kopfschmerzen

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Stress gehört zum Alltag und lässt sich dauerhaft nicht vermeiden. Das ist, solange es sich um die positive Form von Eustress handelt, auch gut so, denn dann regt Stress uns an und treibt uns zur produktiven Aktivität. Wenn Stress allerdings die Überhand gewinnt und wir darunter zu leiden beginnen, sollte man dringend etwas dagegen tun. Vor allem Menschen mit chronischen Kopfschmerzen oder Migräne leiden besonders stark unter Stressattacken.

Speziell für Migräniker gibt Prof. Hartmut Göbel Tipps im Umgang mit sich selbst in stressbeladenen Situationen (Quelle: Interview bei "NetDoctor"). Göbel ist Facharzt für Neurologie und spezielle Schmerztherapie sowie Diplompsychologe und leitet seit 1997 die neurologisch-verhaltensmedizinische Schmerzklinik Kiel. Der Experte empfiehlt den Kopfschmerzgeplagten ein "Stress-Impfungstraining", um sich vor stressigen Situationen schützen zu können. "In Rollenspielen trainieren die chronischen Schmerzpatienten, sich in unangenehmen Situationen zu behaupten", erklärt der Facharzt. Besonders anfällig für Stress seien vor allem Frauen, die arbeiten und gleichzeitig eine Familie versorgen: "Sie müssen lernen, Aufgaben zu delegieren oder nicht immer alles perfekt machen zu wollen. Sie sollten ihren Tagesablauf überdenken und nachforschen, an welcher Stelle sie die Aufgaben entzerren oder Stressfaktoren vermeiden können. Zum Stress-Impfungstraining gehört es auch, Nein sagen zu lernen und sich nicht jede Arbeit aufhalsen zu lassen."

Migränepatienten müssen also gezielt an sich arbeiten. Nur das Gesamtpaket aus Lebensrhythmus, Entspannungsverfahren und Medikamenten könne zum Erfolg führen, betont der Professor: "Ein Fahrradschlauch mit fünf Löchern wird die Luft nach der Reparatur nur halten, wenn man alle fünf Löcher gleich gut flickt. Sonst ist der Plattfuß am nächsten Tag gleich wieder da. Und so ist das bei der Migräne auch." (Quelle: NetDoktor)