28.07.2004

Wellness-Joghurts sind häufig Mogelpackungen

Viele so genannte Fitmacher-Lebensmittel oder Wellnessprodukte sind häufig Mogelpackungen. Das hat eine Studie belgischer Wissenschaftler ergeben.Von den getesteten Produkten (probiotische Milcherzeugnisse und Nahrungsergänzungsmittel) wurden in nur 13 Prozent sämtliche auf der Verpackung angegebenen Milchsäurebakterien, die vor allem wichtig für die Darmflora sind, auch im Produkt gefunden. Zwar konnten die Wissenschaftler belegen, dass der tägliche Genuss probiotischer Joghurts (als Spitzenreiter des Testergebnisses) Magengeschwüren vorbeugen und Nebenwirkungen von Antibiotika lindern kann. Diese Wirkung erzielen allerdings auch schlichte Naturjogurts.
Mit Vorsicht zu genießen sind Frucht- und Aloe-Vera-Joghurts: die einen, weil sie laut "Stiftung Warentest" einen zu geringen Milchanteil, gepaart mit einem überduchschnittlich hohen Zucker- und Fettanteil, besitzen und somit kleine Dickmacher sind. Die anderen, weil sie nicht halten, was sie versprechen: Zwar besitzt die Aloe-Vera-Pflanze nachweisbar Heilkräfte - diese allerdings nur im Naturzustand. Viele vom Verbraucherschutz untersuchten Joghurts, die ihren Wellnesscharakter mittels der Aloe-Vera-Bezeichnung unterstreichen wollen, bestanden hauptsächlich aus Leitungswasser oder hatten einen sehr geringen Gehalt an Aloverose.
Eines haben alle Jogurt-Verpackungen allerdings gemeinsam: Sie sind allesamt "bescheidene Werber". In einem Drittel der übrigen Produkte war nämlich sogar "drin, was nicht drauf steht" - Bakterien, die laut Aufschrift gar nicht enthalten sein dürften.