13.10.2007

Warum symmetrische Gesichter als schön gelten

Fotoquelle: pixelio
Symmetrische Gesichter finden Menschen aus allen Kulturen attraktiver als asymmetrische. Das haben Wissenschaftler bei Tests mit Menschen einer afrikanischen Jäger- und Sammlerkultur und mit Westeuropäern gezeigt. Für das Jäger- und Sammlervolk der Hadza in Tansania hat Symmetrie bei der Beurteilung der Attraktivität eine noch größere Bedeutung, fanden die Forscher um Anthony Little von der Universität in Stirling heraus. Doch warum? Für die unter extremen Bedingungen lebenden Hadza könnte die Symmetrie eines Gesichts besonders wichtig sein, da sie als Maßstab genetischer Qualität dient, vermuten die Forscher.

Menschen können anhand von Gesichtsmerkmalen Eigenschaften wie gute Gesundheit, Fruchtbarkeit, körperliche Dominanz oder auch sozialorientiertes Verhalten erkennen. Frühere Studien hatten bereits einen Zusammenhang zwischen Symmetrie und zum Beispiel Fruchtbarkeit und Überlebensfähigkeit gezeigt und ergaben, dass Menschen symmetrische Gesichter meist bevorzugen. Die Probanden hatten für die Studie Bildpaare von andersgeschlechtlichen Mitmenschen zu bewerten. Von jedem Bildpaar war ein Bild so verändert worden, dass die Gesichtsmerkmale symmetrisch erschienen. Sowohl die Hadza als auch die Briten zogen das symmetrische Gesicht dem asymmetrischen vor.

Das eher isoliert lebende Volk der Jäger und Sammler, das kaum Zugang zu modernen Medien hat, war dabei von symmetrischen Gesichtern noch stärker angezogen als die Europäer. Diejenigen Hadza-Männer, die in ihrem Volk als gute Jäger und damit von Hadza-Frauen als attraktiv angesehen wurden, zeigten am deutlichsten den Hang zur Wahl symmetrischer Frauengesichter. Bei Frauen waren es schwangere und stillende, die eine sehr starke Neigung zu symmetrischen Gesichtszügen zeigten. Sie sind in dieser Phase mehr bedacht, Krankheiten zu meiden und legen besonders Wert auf Gesundheit ausstrahlende, symmetrische Gesichter. (Quelle: NetDoktor)

Foto: Ein Symmetrischer Mund gilt als besonders schön