10.08.2012

Gehwol: „Das ganze Jahr Barfußgehen“

Warum Barfußgehen gesund ist

Barfuß über eine Sommerwiese, barfuß durch den Strand – der Sommer bietet viele Gelegenheiten, den Füßen etwas Gutes zu tun. Denn Barfußgehen ist erwiesenermaßen gesund und wirkt sich positiv auf den gesamten Körper aus. Es gibt sogar Verfechter, die das ganze Jahr über ohne Schuhe und Strümpfe verbringen. Davon erzählt folgende Geschichte von Gehwol:

„Ob Sommer oder Winter – Thomas Nawroth geht barfuß. War es durch einen Saunaunfall früher eine Notwendigkeit, gehört es heute zu seiner Lebensphilosophie. Die Vorzüge des Barfußgehens entdecken heute aber auch andere. Es passierte 1983 in einer Sauna. Eine Aushilfskraft befüllte aus Versehen eine Fußdusche mit einem Fußspray auf Formaldehydbasis. Die Lösung war unverdünnt und verätzte die Füße von Thomas Nawroth. Seitdem hat sich für ihn viel verändert. Infolge der Verätzung wurden die Wärme- und Kälterezeptoren an den Füßen zerstört. Nach der Heilung der akuten Verletzungen stellten die Ärzte eine Veränderung der Hautstruktur an beiden Füßen fest.

Äußerlich scheint alles normal zu sein, doch was für die meisten Menschen normal ist, wurde für Thomas Nawroth zur Qual: „Wenn ich mir Schuhe oder Strümpfe anziehe, bekomme ich heftige Schmerzen.“ Er wurde Objekt wissenschaftlicher Forschungen und international bekannt. Einen solchen Fall hatten die Ärzte noch nie. Anscheinend führte die Verletzung dazu, dass seine Fußhaut wie bei Menschen vor Zehntausenden von Jahren funktioniert. Damals gab es noch keine Schuhe und Strümpfe.

Auf Scherben gehen: Dieses Phänomen scheint weltweit einzigartig zu sein. Nawroths Empfindungssinn für Temperaturen fehlt für Bereiche von minus zehn Grad bis plus 60 Grad Celsius. „Bei intensiver Sonneneinstrahlung spüre ich aufgeheizte metallische Gegenstände gar nicht.“ Auch Scherben oder Steinchen machen ihm nichts aus. Selbst entstehende Wunden heilen schnell und ohne Narbe. Das Barfußlaufen an sich ist alles andere als ungesund: „Weder Blasen- noch Nierenbeckenentzündungen, nicht einmal eine ganz normale Erkältung trage ich durch meine Barfüßigkeit bei niedrigen Temperaturen davon.“

Barfußlaufen liegt insgesamt im Trend, glaubt man einschlägigen Internetseiten und Zeitungsberichten. Ein Fan ist auch der Reisejournalist Martl Jung. Er überquerte im Jahr 2009 in 32 Tagen ohne Schuhe die Alpen. Die Füße waren nach dem Marsch von München nach Verona über Schnee, Geröll, Wiesen und Felsen zwar arg mitgenommen, doch nach zwei Wochen wieder völlig hergestellt.

Die Gründe für die zunehmende Begeisterung für das Barfußlaufen sind vielfältig. Die Befürworter empfinden beispielsweise eine Anregung des Herz-Kreislauf-Systems durch die permanente Stimulierung der rund 70.000 Nervenenden am Fuß. Die Durchblutung wird angeregt, Muskeln, Bänder und Gelenke werden gekräftigt. Zudem verbessert das Barfußgehen die motorischen Fähigkeiten und stärkt das Immunsystem.“

Grund genug, es einmal den Barfußläufern Thomas Nawroth oder Martl Jung gleichzutun und die Schuhe beim nächsten Spaziergang im Schrank zu lassen. Interessante Erfahrungen lassen sich auch in einem der zahlreichen Barfußparks machen. Wer einen Barfußpfad in seiner Nähe sucht, kann sich im Internet auf der Webseite www.barfusspark.info informieren.