03.10.2006

WALA Heilmittel GmbH

Wala-Pflanze des Monats Oktober: Tabak

Tabakpflanze/Foto: Wala Heilmittel
Der ursprünglich aus Mexiko, Mittel- und Südamerika stammende Tabak ist vermutlich aus Kreuzungen entstanden. Mit hoher Anpassungsfähigkeit gedeiht er sogar in Deutschland. Außer Nikotin und Nebenalkaloide enthält der Tabak Rutin, Asparagin, Gerbstoffe, Harze und Enzyme. In geringen Dosen regt Nicotin das vegetative und sympathische Nervensystem an. Doch bereits die Dosis von 1 mg Nicotin pro Körpergewicht (die Menge von etwa fünf gegessenen Zigaretten für einen Erwachsenen) lässt die anregende Wirkung in eine hemmende umschlagen. Tod durch Atemlähmung kann die Folge sein. Die Kunst, Tabak als Heilpflanze einzusetzen, besteht also in der Dosierung. Die Homöopathie verwendet deshalb
potenzierte Tabak-Zubereitungen. Sie helfen gegen Muskelkrämpfe, Seekrankheit, verschiedene Schmerzzustände und Epilepsie.

Jean Nicot (1530-1604), französischer Gesandter am portugiesischen Hof, brachte um 1560 Tabakblätter und -samen aus Portugal nach Frankreich. Er empfahl diese noch recht unbekannte Heilpflanze Katharina von Medici erfolgreich als Mittel gegen ihre Migräne. Ihm zu Ehren erhielt der Tabak den wissenschaftlichen Namen Nicotiana tabacum. Das Wort Tabak stammt vom indianischen "tabagos", womit die mittelamerikanischen Einwohner Ende des 15. Jahrhunderts die zusammengerollten Tabakblätter, das Rauchrohr bezeichneten.
Gonzalo Fernandez de Oviedo y Valdés (1478-1557), Weggefährte Columbus' und Chronist der südamerikanischen Eroberung, brachte als erster den Tabak nach Europa. Die Spanier kultivierten ihn wegen der attraktiven Blüten als Zierpflanze, der spanische Arzt Nicolàs Monardes (1493-1578) lehrte an der Universität Sevilla die Heilwirkungen des Tabaks. Einatmen von Rauch: Diese neue Art des Konsums besaß in Europa keinen Namen. Mit Begriffen wie Rauchtrinken, Tabaktrinken oder auch Sauferei des Nebels umschrieb man bis zur Mitte des 17. Jahrhunderts die neue Mode. Im 17. Jahrhundert wurde Rauchen in Russland und im osmanischen Reich mit hohen Strafen, teilweise sogar mit dem Tode geahndet, um mit dem eingedämmten Tabakkonsum den Einfluss der europäischen Kolonialmächte zu schwächen. Papst Innozenz X. (1644-1655) verstieg sich sogar dazu, der ganzen Christenheit die Exkommunikation anzudrohen, wenn sie nicht vom Rauchen ließe. Vergebens. In rasanter Geschwindigkeit verbreitete sich der Tabak über ganz Europa, nach Indien und Asien. 30 Prozent der Weltbevölkerung raucht heute Tabak, die weltweite Rohtabakernte beträgt sieben Millionen Tonnen.

Tabak bei Wala: Potenzierte Zubereitungen von Tabakblättern mit entkrampfender Wirkung finden sich in zahlreichen WALA Arzneimitteln, zum Beispiel in Carum carvi Zäpfchen und Kinderzäpfchen gegen Blähungen und bei Neigung zu Bauchkrämpfen, Nicotiana comp. bei krampfartigen Regelschmerzen und Robinia comp. bei Sodbrennen.