07.11.2007

Wala-Pflanze des Monats November: Brechnuss

Brechnuss-Pflanze/Foto: Wala Heilmittel GmbH
Sie heißt auch Brauntaler, Krähenauge oder Strychninbaum und mit ihr ist nicht zu spaßen: Gemeint ist die Brechnuss, die das tödliche Nervengift Strychnin enthält. Brechnussbäume existieren in tropischen Gebieten in Asien, Vorderindien, Ceylon, Java oder Nordaustralien und lieben trocken-heiße Standorte am Rand dichter, küstennaher Wälder.

Bereits vor mehr als tausend Jahren war die Brechnuss der arabischen Medizin als nützliche Heilpflanze bekannt. Sie diente zudem als Grundlage eines Pfeilgiftes. Im 15. Jahrhundert kam die Nuss auf den Handelswegen aus Südostasien nach Europa, wo man sie gegen die Pest einsetzte, im 17. Jahrhundert als Hilfe beim Fischfang und als wirksames Gift gegen unliebsame Tiereindringlinge wie Ratten und Mäuse. Die indische und chinesische Medizin setzt die Brechnuss gegen Appetitlosigkeit, Muskelschwäche oder -lähmungen, Schmerzen oder Fieber, zur Förderung der Blutzirkulation, gegen Menstruationsprobleme, zur Potenzsteigerung sowie gegen Cholera und Tollwut ein. Noch heute gewinnt man aus den Brechnüssen Strychnin, das sich übrigens wegen seines extrem bitteren Geschmacks entgegen der Phantasie einiger Kriminalautoren nicht sehr gut für Morde eignet. Hingegen ergibt Strychnin wohldosiert ein heute verbotenes Dopingmittel, da es in geringer Dosierung Muskelkrämpfe verhindert. Das machte sich 1904 der US-amerikanische Leichtathlet Thomas J. Hicks (1875-1963) zunutze, der mithilfe vom Strychnin bei den Olympischen Spielen den Marathonlauf gewann.

Die Brechnuss ist ein gutes Beispiel für das homöopathische Prinzip, Ähnliches mit Ähnlichem zu heilen. In Mengen ab 0,75 bis 3 Gramm bewirken Brechnüsse extreme Muskelkrämpfe, eine Lähmung des Zentralnervensystems und der Muskulatur, eine Atemlähmung führt schließlich zum Tod! Gering dosiert steigert die Brechnuss hingegen den Muskeltonus, regt die Atmung und den Kreislauf an. In potenzierter Form wirkt sie dann entspannend und entgiftend auf die Verdauungsorgane und das Nervensystem. Samuel Hahnemann, der Begründer der Homöopathie, zählte die homöopathisch aufbereitete Brechnuss – Nux vomica – zu den Polychresten, was so viel bedeutet wie „zu vielem nützlich“. Für Nux vomica sind mehr als 7300 Einzelsymptome genannt, bei der die Brechnuss-Zubereitung helfen soll. Besonders gut wirkt die potenzierte Brechnuss, wenn Dauerstress, Zeitdruck, Leistungsdruck oder Schlafmangel auf den Magen schlagen.

Die Pflanze bei Wala: Für Wala Arzneimittel werden Brechnüsse nach dem rhythmischen Wala Verfahren zu wässrigen Urtinkturen verarbeitet und anschließend potenziert. Die Potenzen sind enthalten in Gentiana Magen Globuli velati gegen Übelkeit und Völlegefühl, Robinia comp. gegen Sodbrennen, Nux vomica/Nicotiana comp. gegen Koliken sowie in Salix/Rhus comp. gegen Durchfälle und Verdauungsstörungen.