04.01.2008

Wala-Pflanze des Monats Januar: Berberitze

Foto: Berberitze/Quelle: Wala
Zweimal im Jahr fallen uns die dornigen Berberitzen ins Auge: im Mai und Juni, wenn die bis zu vier Meter hohen Büsche über und über behängt sind mit den gelben, süß duftenden Blütentrauben. Dann wieder ab August bis in den Winter hinein, wenn aus den befruchteten Blüten saure, leuchtend rote Beeren gewachsen sind. Jede für sich ist recht schmal walzenförmig. Zusammengenommen bilden sie große rote Farbteppiche, die als letzte im Jahr am Strauch stehen bleiben, wenn alle Blätter bereits gefallen sind. Die Früchte werden beim Reifen immer saurer. Die Blütenfarbe findet sich wieder im Inneren der Pflanze: Das Holz und besonders die Wurzeln sind leuchtend gelb bis orange gefärbt. Der Strauch ist dicht mit einzelnen bis zu mehreren stehenden Dornen besetzt, die von der Genese her umgewandelte Blätter sind. Am liebsten wächst die Berberitze in Heckengemeinschaften, lichten Wäldern, an sonnigen Hügeln und Hängen. Alle Pflanzenteile, mit Ausnahme der reifen Früchte, sind wegen der enthaltenen Alkaloide schwach giftig.

Seine Heimat reicht von Asien über die Türkei bis nach Afghanistan. In der ehemaligen österreichischen Monarchie waren ein Teezusatz aus den Früchten der Berberitze und saure Bonbons mit dem Namen "Weinscharl" beliebt. Die Bonbons sind noch heute bei der k.u.k. Hofzuckerbäckerei Demel erhältlich. Die Perser würzen mit den in Öl und Zucker gedünsteten Berberitzenfrüchten Fleisch- und Reisgerichte.

Die Früchte der Berberitze enthalten Vitamin C, Zucker, Fruchtsäuren, Mineralstoffe und Spurenelemente, seine Wurzeln Alkaloide wie z.B. Berberin. Ein Auszug aus der Wurzelrinde hilft bei Leberstauungen und ungenügender Gallebildung, Appetitlosigkeit, Verstopfung, deren Ursache eine unzureichende Gallemenge ist, sowie bei trockenen Hauterkrankungen. Marmelade oder Saft aus den reifen Früchten regen den Appetit an. Die Homöopathie nutzt potenzierte Wurzelauszüge ergänzend bei Nierenbeckenleiden, Hämorrhoiden und rheumatischen Erkrankungen.

Die Pflanze bei WALA: Für WALA Arzneimittel sammeln die WALA Gärtner im Herbst die Früchte, im Winter graben sie Teile der Wurzel aus. Die Berberitze stärkt die Schleimhäute. Sie ist in vielen WALA Arzneimitteln gegen Erkältungssymptome der oberen Luftwege sowie gegen entzündlich-deformierende Erscheinungen der Harnwege sowie Reproduktions- und Fortpflanzungsorgane enthalten. Die verarbeiteten Früchte finden sich z.B. in WALA Nasenbalsam und WALA Nasenbalsam für Kinder. Die Wurzel ergänzt u.a. WALA Berberis/Apis comp. bei Harnwegserkrankungen, WALA Chelidonium Kapseln zur Anregung der Galletätigkeit.