10.01.2007

Wala-Pflanze des Monats: Engelwurz

Engelwurz/Foto: Wala Heilmittel GmbH
Engelwurz ist in Nordeuropa und Nordasien beheimatet. Die Pflanze liebt Flussufer und feuchte Wiesen und ist besonders in den Bergregionen zu finden. Ihre Wurzel enthält ätherisches Öl, Bitterstoffe, Gerbstoffe, Furanocumarine, Harze und Pektin. Medizinische Verwendung findet die getrocknete Wurzel. Die stark aromatische Zubereitung regt die Magensaft- und Bauchspeichelsekretion an, ist dadurch appetitanregend und verdauungsfördernd. Sie desinfiziert den Darm, hilft bei Blähungen, Völlegefühl sowie Magen-Darm-Beschwerden und regt die Gallesekretion an. Wegen ihrer krampflösenden Eigenschaften lindert sie Husten. Die Volksheilkunde nutzt Salben und Bäder mit Engelwurz zusätzlich bei Rheuma und Gicht. Die Anthroposophische Medizin setzt Engelwurz überdies erfolgreich bei der Behandlung von Lymphdrüsenschwellungen ein.

Der Name Engelwurz entstand im Mittelalter, als einem Einsiedler der Erzengel Gabriel im Traum diese Pflanze als heilkräftiges, besonders gegen die Pest wirksames Mittel zeigte. Diese Vision passt zu dem Bild, dass die Heilkräfte in der übersinnlichen Welt angesiedelt sind, dort wo auch die Engel wohnen. Der wissenschaftliche Name Angelica heißt übersetzt ebenfalls Engel (lat. angelicus = Engels-), Archangelica bedeutet Erzengel. Da die Engelwurz in nördlichen Gefilden zuhause ist, finden sich die ältesten Schriftzeugnisse über ihre Heilwirkung in Skandinavien, Island und Grönland, wo diese Heilpflanze unter dem Namen Kvan bekannt ist. Eine isländische Gesetzgebung verbot das Ausgraben einer Engelwurzpflanze, die nicht auf dem eigenen Grund wuchs. Im mittelalterlichen Volksglauben galt die Pflanze als Beschützerin gegen böse Zauber oder Geister.

Die Pflanze bei Wala: Die Engelwurz schlägt eine Brücke zwischen dem Wässrigen, Erdverbundenen auf der einen und dem Luftigen, Lichten auf der anderen Seite. Im ersten Jahr bündelt sie alle Kräfte für das Wurzelwachstum: Ein üppiger Blätterschopf ist das Einzige, was sie über der Erde zeigt. Die Blattflächen sammeln das Sonnenlicht und leiten es – gebunden in Energiespeichern wie Zucker und Stärke – an die Wurzel weiter. Im zweiten Jahr gibt die so erstarkte, wasserreiche Wurzel all diese Energie an das Licht frei, lässt die Staude zu luftiger Höhe sprießen und blühen, um danach zu sterben. Mit ihrer Vorliebe für feuchte Standorte offenbart sie ihre Verbundenheit zum Wässrigen. Ein Missverhältnis zwischen den wässrigen und luftigen Kräften im Kopf-Hals-Bereich kann zu Erkältungen mit Schleimhautschwellung und trockenem Reizhusten führen. Die Engelwurz reguliert dieses Ungleichgewicht. Die Gärtner des WALA-eigenen Heilpflanzengartens ernten die Wurzel der Engelwurz im Winter, wenn die Pflanze im ersten oder zu Beginn des zweiten Wachstumsjahres steht. Die verarbeitete und potenzierte Wurzel ist Bestandteil von WALA Archangelica comp., das bei entzündlichen Veränderungen der Luftwege hilft, zum Beispiel bei Reizhusten.