12.03.2011

NetDoktor/dadp: Experten warnen vor „Melanotan II“

Vorsicht vor Bräunungsspritze

 Fotoquelle: sonnennews.de
Das Giftinformationszentrum (GIZ) Nord warnt wegen eines aktuellen Notfalls vor dem Bräunungsmittel «Melanotan II». In der vergangenen Woche musste eine Frau in einem niedersächsischen Krankenhaus behandelt werden, nachdem sie sich 15 Milligramm dieses Mittels unter die Haut gespritzt hatte, wie das GIZ am Dienstag in Göttingen mitteilte. Die Patientin litt den Angaben zufolge unter anderen unter Schmerzen im Bauchraum, Schweißausbrüchen, Übelkeit, Kopfschmerzen und Erbrechen. Die Frau hatte das angebliche Arzneimittel über das Internet bezogen.

Die Gift-Experten warnen dringend vor dem Gebrauch des Mittels, der so genannten "Barbie-Droge". «Melatonan II» sei in keinem Land weltweit als Arzneimittel zugelassen. Im Internet werde es als hormonähnliche Substanz beworben, die zu einer nahtlosen Hautbräunung führen soll.

«Melanotan II wird unserer Einschätzung nach in Laboratorien ohne ausreichende Kontrolle bezüglich Qualität, Reinheit und Produktsicherheit hergestellt», sagte der stellvertretende GIZ-Leiter Martin Ebbecke. Das Mittel anzubieten oder zu verkaufen sei illegal. Die amerikanischen und britischen Überwachungsbehörden warnen laut Ebbecke schon seit Jahren vor dieser Substanz. Nun scheine das Problem auch in Deutschland angekommen zu sein. (Quelle: NetDoktor/dapd)