09.01.2006

Volkskrankheit Fußpilz und seine korrekte Behandlung

Foto: Gesellschaft für Dermopharmazie
Gerade in den Wintermonaten, wenn die Füße in warmen, oft luftundurchlässigen Schuhen stecken, hat der Fußpilz Hochsaison. Die Symptome sind meistens bekannt, die Diagnose wird laut Deutscher Dermatologischer Gesellschaft jedoch oft unzureichend erstellt. Für den korrekten Pilznachweis schabt der Hautarzt Hautschuppen oder Bestandteile der Pusteln von der betroffenen Stelle und untersucht diese unter dem Mikroskop. Lässt die mikroskopische Untersuchung noch keinen eindeutigen Befund zu, wird zusätzlich eine Pilzkultur auf einem Nährboden angelegt. Nach wenigen Tagen kann der Hautarzt eine Fußpilzerkrankung eindeutig feststellen. Dagegen liegen medizinische Laien mit ihrer Diagnose anhand des klinischen Erscheinungsbildes häufig falsch.

"Es gibt eine ganze Reihe von Krankheitsbildern, die sich ganz ähnlich äußern wie Fußpilzerkrankungen", weiß Professor Elsner, Direktor der Hautklinik der Friedrich-Schiller- Universität Jena. Dazu zählen weit verbreitete Erkrankungen wie Neurodermitis und Schuppenflechte, aber auch bakterielle Infektionen oder allergische Reaktionen, ausgelöst durch eine Unverträglichkeit gegenüber Textilien oder Schuhmaterialien. "In diesen Fällen ist eine Behandlung auf Fußpilz nicht nur erfolglos. Sie kann auch zur Verschlimmerung der eigentlichen Beschwerden führen", so Elsner. Auch wenn tatsächlich eine Fußpilzinfektion vorliegt und diese nicht fachgerecht behandelt wird, kann das für die betroffenen Patienten ernste Komplikationen nach sich ziehen. So droht einerseits ein Übergreifen des Pilzbefalls auf Zehennägel und andere Hautpartien. Andererseits kann die von Pilzen besiedelte Haut auch als Eintrittspforte für gefährliche Bakterien wie Streptokokken dienen. In der Folge kann sich ein Erysipel - eine so genannte Wundrose - entwickeln. Dabei handelt es sich um eine Entzündung der Haut und des darunter liegenden Gewebes. Breitet sich die Entzündung unkontrolliert aus, drohen ein Absterben von Gewebe oder eine tiefe Venenthrombose.

Eine unzureichende Therapie berge auch das Risiko, Rückfälle zu erleiden. "Deshalb müssen Schuhe und Strümpfe nach einer Fußpilzinfektion hinreichend desinfiziert werden", empfiehlt
Professor Elsner. Auch nach Sauna- und Schwimmbadbesuchen, so der Dermatologe, sollten die Füße konsequent desinfiziert und die Zehenzwischenräume gut abgetrocknet werden. Begünstigt wird der Trend zur Selbstbehandlung von Fußpilz nach Einschätzung Elsners dadurch, dass die meisten äußerlich anzuwendenden Pilzmedikamente nicht mehr verschreibungspflichtig sind. Seit dem Inkrafttreten der Gesundheitsreform werden diese Präparate nicht mehr von den gesetzlichen Krankenkassen erstattet. (Quelle: Hautstadt; Deutsche Dermatologische Gesellschaft)