23.10.2007

Vitiligo: neue Therapiewege denkbar

Vitiligo an der Hand/Fotoquelle: Wikipedia
Vitiligo (Weißflecken-Hautkrankheit) belastet die Betroffenen sehr, die Ursachen sind noch weitestgehend unklar. Eine neue Studie hat jetzt herausgefunden, dass die Gene, die für Vitiligo verantwortlich sind, auch für ein erhöhtes Risiko stehen, an einer Autoimmunität zu erkranken. Einige Vitiligo-Patienten haben ein erhöhtes Risiko für andere Autoimmunerkrankungen wie Typ-1-Diabetes, rheumatoide Arthritis, Schuppenflechte und Lupus erythematosus. Das gilt auch für weniger bekannte Autoimmunkrankheiten wie eine entzündliche Erkrankung der Schilddrüse (Thyroiditis), Formen der Blutarmut (pernizöse Anämie) oder die Addison-Krankheit, bei der eine Hormondrüse, die so genannte Nebennierenrinde, betroffen ist. Diese Erkrankungen treten in betroffenen Familien zum Teil gehäuft auf. Ein erblicher Faktor ist daher wahrscheinlich. Forscher der Universität von Colorado (USA) haben einen solchen genetischen Faktor bei Patienten gefunden, die von mehreren Autoimmunerkrankungen betroffen waren, keine Verbindung fanden sie jedoch bei denen, die Vitiligo alleine hatten.

Das Gen, das die Anfälligkeit für Autoimmunkrankheiten verursacht, sorgt für die Herstellung eines Proteins, das eine wichtige Rolle in der Regulation des angeborenen Immunsystems spielt. Dort hat es die Aufgabe, entzündungsfördernde Zytokine zu aktivieren. Die Zytokine erfüllen üblicherweise wichtige Jobs: Sie helfen, Eindringlinge wie Bakterien im Körper zu bekämpfen und so den Organismus zu schützen. Doch manchmal richtet sich ihre Produktion fälschlicherweise auch gegen körpereigene Zellen. Hergestellt wird das Protein in den Immunzellen, den T-Lymphozyten und Langerhanszellen. Bei der Untersuchung von 114 betroffenen Familien fanden die Forscher zwei Varianten des veränderten Gens, die in engem Zusammenhang mit der Anfälligkeit für Autoimmenerkrankungen stehen.

Die Studie identifiziert ein Gen, das zumindest mit einigen Formen von Vitiligo in Zusammenhang steht, und liefert einen Nachweis für die Beteiligung des angeborenen Immunsystems an der Entstehung dieser Hauterkrankung. Eine solche Beteiligung des angeborenen Immunsystems war auch schon für andere Erkrankungen wie Akne oder Neurodermitis gefunden worden. Die Hoffnung ist nun, dass sich auf der Grundlage des neuen Wissens neue Mittel zur Behandlung von Vitiligo finden lassen. Eine gezielte Hemmung des zuviel produzierten, entzündungsfördernden Proteins beispielsweise könnte zu einer erneuten Pigmentbildung in den Vitiligo-Läsionen führen. (Quelle: Hautstadt)