05.08.2006

Ursachen und Tipps bei Kontaktallergien

Foto: Medizinauskunft.de
Wenn die allergische Reaktion durch direkte Berührung des Allergens mit der Haut ausgelöst wird, spricht man von einer Kontaktallergie. Typischerweise tritt die allergische Reaktion bei einer Kontaktallergie scharf begrenzt an den Hautstellen auf, die in direktem Kontakt mit dem Allergen standen. Die Reaktionen treten bereits wenige Minuten nach Kontakt mit dem Allergen auf und können 1 bis 2 Tage lang andauern. Bei einem Kontaktekzem (Kontaktdermatitis) handelt es sich um eine Entzündung der oberen Hautschichten, bei der Rötungen, Schwellungen, Wasserbläschen, nässende Stellen, Schuppenbildung und Hautverkrustungen in unterschiedlichem Ausmaß auftreten. Meist ist dies mit starkem Juckreiz verbunden, wodurch zusätzlich Schäden durch Aufkratzen der Haut verursacht werden können. Bei ständigem Kontakt mit dem Allergen kann sich jedoch ein chronisches Hautekzem mit entzündlichen Hautverdickungen, starker Verhornung, grob lamellösen Schuppen und einer Vergröberung der Hautfelderung entwickeln. Während Kontaktekzeme normalerweise scharf begrenzt sind, können Stäube (Zement, Holz, trockene Pflanzenteile, Tees) und Duftstoffe (Sprays, Dämpfe, ätherische Öle, Parfüm) insbesondere im Gesicht diffuse Kontaktekzeme hervorrufen (airborn contact dermatitis).

Was Betroffene tun können:
1. Den Kontakt mit dem Allergen konsequent vermeiden. Dies kann einen Arbeitsplatzwechsel oder den Verzicht auf ein bestimmtes Hobby bedeuten.
2. Individuelle Schutzmaßnahmen ergreifen: Schutzhandschuhe, Hautschutzschaum oder Hautschutzsalben.
3. Zur Hautpflege seifenfreier Syndets (pH-Wert zwischen 5 und 6,5) und adstringierende und rückfettende Bäder verwenden.
4. Nach jedem Waschvorgang sollte der Hautschutzmantel durch entsprechende Pflegemaßnahmen (rückfettende Öle, Salben etc.) wiederhergestellt werden.
5. Bestehende Hautekzeme werden unter lokalem Einsatz von Medikamenten (Kortison, Ichthyol- und Teerpräparate, nichtsteroidale Antiphlogistika) behandelt.
6. Folgeerkrankungen wie Hautinfektionen durch Pilze und Bakterien müssen gesondert behandelt werden.

Zum Themenbereich Chemikalien und Kontaktallerigen haben das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) und das Deutsche Institut für Medizinische Dokumentation und Information (DIMDI) jetzt eine neue Datenbank ins Internet gestellt. Die Datenbank ist eine Faktendatenbank in deutscher Sprache und enthält Bewertungen der kontaktallergenen Wirkung von synthetisch hergestellten Chemikalien sowie chemisch definierten Inhaltsstoffen aus Naturprodukten: 244 chemische Substanzen wurden im Hinblick auf ihr Kontaktallergie auslösendes Potenzial bewertet. Die in der Datenbank aufgeführten Chemikalien wurden nach der Stärke ihres kontaktallergenen Potentials in drei Kategorien eingestuft (A "bedeutende Kontaktallergene", B "begründeter Verdacht auf kontaktallergene Wirkung", C "unbedeutendere Kontaktallergene). Die Nutzung der Datenbank ist kostenlos. (Quellen: Deutscher Allergie- und Asthmabund e.V. (DAAB)/Medizinauskunft.de)

Foto: Auch Kosmetika können Kontaktallergien auslösen