02.02.2006

Tuina: Druckmassage zur Schmerzlinderung

TCM-Arzt Dr. Weizhong Sun/Foto: Deutsche Tuina Akademie
Die chinesische Form der Massagetherapie Tuina hat eine ebenso lange Geschichte wie die TCM (Traditionelle Chinesische Medizin). Im Gegensatz zu ihrem westlichen Gegenstück, das sich vor allem auf Behandlung von Veränderungen des Bewegungsapparates konzentriert, versucht man mit Tuina, Störungen des gesamten Organismus zu beeinflussen. Der Begriff "Tuina" bezieht sich auf zwei Haupttechniken: TUI = schieben und drücken, NA = greifen und ziehen. Auf Grundlage des Meridian- und Akupunkturpunktsystems wird an den Punkten oder entlang der Meridiane eine Behandlung durchgeführt. Die Auswahl der zu behandelnden Punkte und Meridiane erfolgt nach den Grundsätzen der TCM, doch werden im Gegensatz zur Akupunktur, die den spezifischen Reiz vor allem mit der Nadel setzt, die Reize durch unterschiedliche manuelle Techniken appliziert. Neben den auch in der Akupunktur benützten Punkten werden hier auch die sogenannten Tendinomuskulären Meridiane behandelt. Dabei handelt es sich um Anteile der Hauptmeridiane, die Muskeln und Faszienstrukturen durchlaufen und versorgen.

Die chinesische Tuina-Therapie ist trotz ihrer reichen Tradition und ihrer hervorragenden Heilerfolge in Europa wenig bekannt. In den letzten Jahren gewinnt sie jedoch immer rascher an Bedeutung. Gerne arbeiten Ärzte mit Tuina-Therapeuten zusammen, da Ihnen die Grundlage sowie die Wirkung dieser Massageform aus China bekannt ist. Ebenso bevorzugen zahlreiche Ärzte selbst das Erlernen von Tuina-Therapie, um etwas für ihre Patienten "selbst tun zu können". Die Tuina-Therapie ergänzt auch in idealer Weise eine Akupunkturbehandlung und steigert deren Effizienz. In der Tuina-Therapie werden sowohl punktuelle als auch großflächige Massagetechniken angewandt. Die punktuelle Technik wurde in Europa auch unter dem Namen "Akupressur” bekannt. Neben der traditionellen chinesischen Kräuterheilkunde ist die Tuina-Therapie die älteste Therapieform der TCM. Aus ihr entwickelten sich mehrere andere Massagetechniken, z.B. Shiatsu. Einige Massagegriffe der Tuina-Therapie können auch vom Patienten selbst zum Zwecke der Eigentherapie oder Prophylaxe angewandt werden.

Das Spektrum der Indikationen reicht vom großen Feld der Erkrankungen des Bewegungsapparates über interne Erkrankungen und Kopfschmerzen bis hin zu Schlafstörungen. Als prophylaktische Maßnahme eingesetzt, hilft die Tuina-Therapie,
die Gesundheit zu bewahren und die Abwehrkräfte des Körpers zu stärken. Tuina ist in jedem Lebensalter anwendbar. (Quellen: Deutsche Tuina Akademie (www.tcm-ausbildung.de); ÖGT (Österreichische Gesellschaft für Tuina))


Foto: Gleichzeitiger Druck und Zug helfen bei Schulterbeschwerden