09.06.2007

Tagung Plastische Chirurgie

Foto: Pixelio
Jährlich lassen sich in Deutschland rund 20.000 Frauen ihre Brüste operativ verschönern. Doch in den meisten Fällen wird dabei eine veraltete Technik angewandt, die zu unnötigen Komplikationen führt, berichtet die in Berlin erscheinende Verbraucherzeitschrift «Guter Rat» in ihrer neuen Ausgabe unter Berufung auf die Vereinigung der Deutschen Ästhetisch-Plastischen Chirurgen. Wie das Magazin am Sonntag vorab mitteilt, sind etwa 80 Prozent der Eingriffe Reparaturfälle, weil die Implantate an der falschen Stelle eingesetzt werden und nach spätestens acht Jahren erneuert werden müssen. Die Chefärztin des Zentrums für Ästhetisch-Plastische Chirurgie in der Berliner Schlosspark-Klinik, Viola Moser, betont: «Viele Fachärzte setzen die Implantate immer noch direkt unter das Drüsen- und Fettgewebe der Brust, also über den Brustmuskel. Das kann für die Patientinnen fatale Folgen haben».

Bei dieser veralteten Methode müssten sämtliche Blutgefäße, die aus dem Muskel ins Brustgewebe führen und dieses mit Nährstoffen und Sauerstoff versorgen, durchtrennt werden. Das könne zu einer Hängebrust führen. Das Implantat gehört nach Angaben Mosers zwischen Rippen und Brustmuskel. Bei einem solchen Eingriff werden die Blutgefäße nicht verletzt. Doch viele Ärzte scheuen diese Methode. «Die Technik ist komplizierter, denn unter der Brust laufen vier verschiedene Muskeln zusammen. Da muss sich der Arzt bestens auskennen, um Fehlschnitte zu vermeiden», erklärt die Ärztin. Brust-Verschönerungen kosten laut «Guter Rat» rund 6500 Euro.

Die Krankenkassen zahlen nichts dazu, weil sie nur Brustverkleinerungen bei gesundheitlichen Problemen übernehmen. Über Maßnahmen zur Qualitätssicherung in der plastischen Chirurgie diskutieren ab Dienstag, 26. Juni, über 3000 Schönheitschirurgen in Berlin auf dem 14. Weltkongress der International Confederation for Plastic, Reconstructive and Aesthetic Surgery (IPRAS). Die Tagung finde laut Veranstalter erstmals in Deutschland statt. Die Experten erörtern während der fünftägigen daneben neue Erkenntnisse bei Gewebetransplantation und -züchtung. Außerdem stellen die Ärzte und Wissenschaftler Fortschritte in der Behandlung von Verbrennungen sowie bei Schönheitsoperationen vor. (Quelle: NetDoktor)