19.12.2007

Stressvermeidung in der Schwangerschaft

Fotoquelle: Pixelio
Wellness- und Entspannungsübungen tut jedem Menschen gut. Wie wichtig jedoch eine „Portion Extra-Wellness“ gerade in der Schwangerschaft ist, zeigt eine Studie der Berliner Charité. Stress verändert Körperprozesse und kann dramatische Auswirkungen auf die Gesundheit des Ungeborenen haben: „Stress schränkt die Fruchtbarkeit ein und erhöht das Risiko für Schwangerschaftskomplikationen wie Früh- und Fehlgeburten.“, sagte Prof. Petra Clara Arck von der Berliner Charité auf einem Presseworkshop vom Institut Danone Ernährung für Gesundheit e.V. in Basel. „Außerdem macht pränataler Stress Kinder anfälliger für bestimmte chronische Krankheiten“, ergänzt die Professorin.

Normalerweise schaffen Hormone, Nerven- und Immunsystem in der Schwangerschaft ein besonderes Klima, das eine Abstoßung des Feten verhindert. Diese Toleranz-Maßnahmen sind nötig, weil fetale Zellen zur Hälfte aus väterlichem, also fremdem Erbgut bestehen. Zum Beispiel werden in der Gebärmutterschleimhaut vermehrt entzündungshemmende Zytokine gebildet und die für die Immunabwehr zuständigen T-Zellen stellen ihre Aktivitäten ein. Eine wichtige Rolle spielt dabei das Progesteron, ein Hormon, das die Schwangerschaft vom ersten Tag an schützt, indem es die Gebärmutterschleimhaut auf das Einnisten der befruchteten Eizelle vorbereitet oder vorzeitige Wehen verhindert. Stresshormone durchkreuzen diese Bemühungen: Sie hemmen die Produktion bzw. fördern den Abbau von Progesteron und kurbeln gleichzeitig die Bildung entzündlicher Substanzen an. Parallel zu den sinkenden Progesteronspiegeln lässt die Toleranz gegenüber dem Fetus nach; das Risiko einer Abstoßung bzw. Fehlgeburt steigt. Dass diese Zusammenhänge nicht nur für die Maus, sondern auch für den Menschen gelten, zeigt eine Studie der Berliner Charité an rund 1000 Schwangeren. Frauen, die während der Frühschwangerschaft eine vermehrte Stresswahrnehmung beklagten, niedrige Progesteronspiegel im Blut aufwiesen und älter als 33 Jahre waren, hatten ein deutlich erhöhtes Risiko, eine Fehlgeburt zu erleiden.

„Ziel der Forschung ist nun, Schwangere zu identifizieren, die besonders gefährdet sind und von einer Progesteron-Ergänzung während der Schwangerschaft profitieren würden“, so Arck. Kinder derjenigen Mütter, die in der Schwangerschaft erniedrigte Progesteronspiegel hatten, litten im Alter von drei Jahren gehäuft an atopischer Dermatitis. Die bislang vorhandenen Daten verdeutlichen, wie wichtig es ist, Stress zu vermeiden. Geeignet sind das Erlernen von Entspannungstechniken wie Yoga, Muskelrelaxation oder Copingstrategien, die bei der Stressbewältigung helfen. (Quelle: Institut Danone Ernährung für Gesundheit e.V.)

Foto: Bloß kein Stress in der Schwangerschaft