18.12.2013

Buchtipp: „Stressbewältigung durch Achtsamkeit“

Stress lass nach

Foto: Blaukreuz Verlag

Foto: Blaukreuz Verlag

Im Zusammenhang mit dem Thema Glück stößt man immer wieder auch auf den Begriff Achtsamkeit. Im Wort selbst schwingt schon ein gewisses Gefühl und eine Ahnung mit, was es bedeuten könnte, nämlich "auf etwas achten" oder auch "vorsichtig sein". Achtsam zu sein heißt, innere und äußere Vorgänge mit ungeteilter und entspannter Aufmerksamkeit zu beobachten und diese gelassen zu betrachten.

Folgende Sätze sind vielen Menschen bekannt: "Sitz nicht rum, tu was, beweg dich!" "Du musst die Zähne zusammenbeißen!" "Gut ist nicht gut genug!" "Ich möchte es allen recht machen!" "Ich muss allein damit fertig werden!" "Los, du schaffst das!". Viele haben diese Sätze verinnerlicht, eine oft unbewusste Haltung daraus entwickelt und glauben, ihnen entsprechend handeln zu müssen. Und das kann sehr anstrengend sein.

In unserer westlichen Leistungsgesellschaft erleben viele Menschen erhebliche Stresssymptome. Die Weltgesundheitsordnung (WHO) warnt seit einigen Jahren davor, dass im Jahr 2020 die Depression die Volkskrankheit Nr. 1 sein wird. Bei vielen Menschen führt Erschöpfung zu depressiven Verstimmungen. Und wer sich nicht wieder erholt, kann daran erkranken.Wir haben eine Stresskultur entwickelt, mit allen Vor- und Nachteilen. "Puh, ich habe viele Termine," heißt, "ich bin wichtig, ich werde gebraucht." Leistungsträger haben automatisch Stress. Wer keinen Stress hat, kann der ein Leistungsträger sein?
Wir haben jedoch noch keine Stressbewältigungskultur entwickelt.
Dabei gibt es gute Antworten und Möglichkeiten dazu. Eine Antwort ist die Achtsamkeit. Der emeritierte Professor der University of Massachusetts, Jon Kabat-Zinn, der in seiner Stressreduktionsklinik lange mit Schmerzpatienten gearbeitet hat, stellte fest, dass viele seiner Patienten ihre Schmerzen verschlimmerten, in dem sie das Schmerzerleben durch ihre Bewertung verstärkten. Er entwickelte die Achtsamkeitsmeditation und inspirierte mit diesem Konzept die Medizin und Psychologie auch in Europa.

Auch Hirnforscher weisen nach, dass Achtsamkeitsübungen und Meditation sehr entlastend für das Gehirn sind. Man spürt seine körperliche und seelische Befindlichkeit, kann sich bewusst entscheiden, wie man damit umgehen will und ist so viel eher vor dem Ausbrennen geschützt. Wer sich achtsam wahrnimmt, kann seine Körpersignale verstehen und nutzen lernen. Das ist die Grundlage für das Achtsamkeitstraining. (Ausführliche Anleitungen dazu bietet das Taschenbuch "Achtsamkeit", erschienen im Blaukreuz-Verlag. Tagesseminare zum Thema werden u.a bei iprevent angeboten.)