24.11.2011

Deutscher Wellness Verband (DWV) befragt Spa-Experten zu Branchentrends

Spa Trends 2012

1) Drei Sterne Spa: War es bisher hauptsächlich die Vier- und Fünfsterne-Hotellerie, die ein Spa im Leistungsumfang für gepflegte Erholung bot, ist zur Zeit ein Downgrading in den Bereich der Dreisterne-Hotellerie zu beobachten. Dabei handelt es sich um durchaus ernstzunehmende Projekte, die Ihre weniger luxusverwöhnte Zielgruppe mit guten und zugleich preisattraktiven Angeboten ansprechen. Wir erkennen darin einen erfreulichen Trend zur Demokratisierung der Spa-Bewegung.

2) Die Mega-Schnäppchenjagd: Der Coupon-Virus hat den Spa-Markt erreicht. Wurden in der Vergangenheit hauptsächlich Restaurant- und Kinobesuche über Rabatt-Internetplattformen wie Groupon, DailyDeal und Co. vertrieben, so sind mittlerweile Massagen, Aufenthalte in Spa Suiten und ganze Wellness-Wochenenden zu Megasellern geworden. Rabatte von 50-70% und 1.000 verkaufte Gutscheine pro Deal sind dabei keine Seltenheit. Selbst Spa- und Wellnesskunden, die zuvor niemals Billigangebote in Anspruch genommen haben, sind zu wahren Schnäppchenjägern mutiert. Allerdings beklagen Verbraucherschützer auch Probleme mit überforderten Anbietern der Deals.

3) Instant Spa: Zeit ist Geld. Dies gilt auch immer häufiger für Spa-Besuche. Gerade beruflich stark eingebundene Menschen suchen immer öfter nach sehr kurzen, aber hocheffizienten Spa-Anwendungen. Auch die Möglichkeit, während eines Termins parallel von zwei bis drei Therapeuten gleichzeitig behandelt zu werden, wird häufiger nachgefragt. Hinzu kommt ein immer spontaneres Buchungsverhalten vieler Gäste. Dies hat einige Spas bereits dazu veranlasst, zumindest zu bestimmten Tageszeiten gar keine Termine mehr zu vergeben, sondern Gäste spontan anzunehmen.

4) Green Spa: Das Thema Green Spa etabliert sich weiterhin als Megatrend der Branche. Die Grundsätze eines gesundheitlichen, ökologischen, sozialen und wirtschaftlich nachhaltigen Handelns in Spa-Anlagen gewinnen stetig an Bedeutung. Gäste und Betreiber profitieren von diversen Vorteilen wie Ressourcenschonung, Energieeinsparung und Förderung des sozialen und ökologischen Bewusstseins. Kritisch zu betrachten bleibt nach wie vor das all zu häufig anzutreffende Green-Washing, bei dem Betriebe durch halbherziges oder berechnendes Handeln im Sog der Green Spa Bewegung mitschwimmen wollen.

5) Authentic Spa: Eine klare Profilierung und Alleinstellung wird für Spa-Anlagen bei zunehmendem Wettbewerb immer entscheidender. Dabei spielt Regionalität eine wichtige Rolle. Ob Kräuter, Wein, Salz oder Milch, je nach Standort und Konzept verstehen sich immer mehr Wellness-Anbieter darauf, das Gefühl und die Besonderheiten ihrer Region in den Spa-Bereich zu holen. So entstehen ganze Themenwelten mit entsprechend inszenierten Räumen, abgestimmten Produkten und teilweise sogar eigens entwickelten Anwendungen.

6) Energetic Spa: Leben und Gesundheit beruhen auf einer guten Lebensenergie, die ausgeglichen und im Fluss ist. Stress, Hektik und viele andere Faktoren verschlechtern dieses harmonische Gleichgewicht. Spas beginnen, sich gezielt mit der Verbesserung des energetischen Status ihrer Gäste zu befassen. Hierbei sind die räumliche Umgebung, die zwischenmenschliche Beziehung zwischen Behandler und Gast und selbstverständlich die durchgeführten Anwendungen wesentliche Erfolgsfaktoren. Energetic Spa gilt gerade vor dem Hintergrund der bei vielen Menschen zunehmenden Erschöpfungserlebnisse als zukunftsweisendes Spa-Konzept.

7) Spa at Home: Gönnten sich die meisten Gäste in der Vergangenheit Spa- und Wellness-Aufenthalte hauptsächlich in Form von (Kurz-)Urlaubsreisen, so ist nun deutlich der Trend hin zur Integration des Spa-Gedankens in den heimischen Alltag zu erkennen. So wächst der Anteil von hochwertig ausgestatteten Spa-Bereichen in Privathäusern merklich an. Aber auch in Wohnanlagen werden immer öfter nicht nur Schwimmbäder und Saunen integriert, sondern komplette Day Spas, die auch von externen Gästen genutzt werden können. Die Bewohner leben ihren Spa-Lifestyle in Form von Clubmitgliedschaften - täglich.

8) Das Spa als sozialer Hotspot: War es in der Vergangenheit noch das höchste der Gefühle, den Partner oder eine gute Freundin mit ins Spa zu nehmen, so wird es nun immer angesagter, Spa-Partys zu feiern und Spa-Anwendungen in geselliger Runde zu genießen. Vom Junggesellinnenabschied über die Geburtstagsfeier bis zum Baby-Shower entspannen immer mehr große und kleine Gruppen gemeinsam im Spa.

9) Spa-Management im Fokus: Haben viele Spa-Betreiber bisher vor allem daran gearbeitet, ihr konzeptionelles Profil zu schärfen, tritt nun das operative, professionelle Spa-Management in den Fokus der Aufmerksamkeit. Denn nur mit entsprechendem Know How kann ein Spa auf lange Sicht effizient, kunden- und gewinnorientiert geführt werden. Die lange Zeit unterbewertete Leistung des Spa Managers erlebt vor diesem Hintergrund gerade eine merkliche Aufwertung. (Quellenangabe Deutscher Wellness Verband e.V., www.wellnessverband.de)