27.07.2006

Sonnenbräune ohne Reue

Foto: Vitanet
Urlaubsbräune gilt heute immer noch als Schönheitsideal. Aus hautärztlicher Sicht spricht aber alles für einen vorsichtigen Umgang mit dem Sonnenlicht. Denn zuviel Sonne fördert die Hautalterung und vergrößert das Hautkrebsrisiko. Die sicherste Empfehlung zur Vorbeugung gegen Hautschäden ist: Meiden Sie konsequent zu intensive Sonnenbestrahlung, vor allem aber vermeiden Sie Sonnenbrand. Vorsicht nach einigen Wochen Sonnenpause! Auch bei noch gebräunter Haut droht ein Sonnenbrand, da sich die Lichtschwiele (Hornhautverdickung) schneller zurückbildet als die Pigmentierung.

Der wirksamste Schutz gegen ultraviolette Bestrahlung ist eine geeignete Kleidung. Nicht alle Textilien bieten jedoch eine völlige Abschirmung. So ist gerade sommerlich leichte und helle Bekleidung aus Naturfasern oft weitmaschig. Ähnliches gilt für synthetische Fasern; hier ist der Einzelfaden im Gegensatz zur Baumwolle glatt, so dass auch sehr kleine Maschen noch Lichtlücken lassen. Auch Schatten kann gefährlich für die Haut sein: Im Schutz eines Sonnenschirms oder Baums vergessen Badende leicht, dass Sonnenlicht vom Boden und von der Wasseroberfläche gestreut und reflektiert wird und sie so auch im Schatten erreicht. Diese Gefahr ist groß bei dunstigem Himmel, auf Sand und bei Schnee- oder Wasserflächen in der Umgebung. Zu Beginn der Sonnengewöhnung sollte man nur ein kurzes Sonnenbad nehmen, anschließend lichtdichte Kleidung tragen und zusätzliche Besonnung vermeiden. Auch Fensterglas bietet keinen absoluten Schutz vor UV-Strahlen. Bei hoher Lichtempfindlichkeit ist sogar ein Sonnenbrand durch Glasscheiben möglich. Besonders gefährdet sind folgende Hautregionen: Nasenrücken, Unterlippe, Ohrmuscheln, seitlicher Wangenbereich, Jochbeingegend, Scheitel und Stirn.

Wer die Sonne jedoch nicht vermeiden kann oder will, sollte auf jeden Fall eine langsame Bräunung ohne vorherige Rötung anzustreben. Die Haut hat die Fähigkeit, sich an die Sonnenbestrahlung anzupassen: durch Pigmentbildung (Hautbräunung) und Lichtschwiele (Hornhautverdickung). Dazu ist es am besten, wenn die Haut langsam etwas länger dem Licht ausgesetzt wird, um die Lichtschwielenbildung und Melaninpigmentierung anzuregen. Da die Intensität der Bestrahlung in der Mittagszeit von 12-15 Uhr am größten ist, eignen sich zur Eingewöhnung der Vormittag und der Nachmittag am besten. In der Mittagssonne dagegen sollten Sonnenbäder komplett vermieden werden. Besondere Vorsicht ist bei Kindern geboten: Sie sollten nach Möglichkeiten überhaupt nicht direkter Sonnenbestrahlung ausgesetzt werden. Ausreichender Sonnenschutz durch Präparate mit hohem Lichtschutzfaktor und passende Kleidung sind wichtig. Jeder Sonnenbrand im Kindesalter erhöht das Hautkrebsrisiko um ein Vielfaches! (Quelle: Vitanet)