28.09.2007

Solarium-Verbot für Jugendliche?

Foto: Gesundheitsspiegel.de
Das Bundesumweltministerium strebt im Kampf gegen die wachsende Zahl von Hautkrebserkrankungen ein Solarium-Verbot für Jugendliche an. Die unsachgemäße Nutzung von Sonnenbänken führe zu einer erhöhten Erkrankungsrate bei Hautkrebs, sagte die Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesumweltministerium, Astrid Klug (SPD), am Freitag in Berlin. Besonders bei Kindern und Jugendlichen erhöhe die Bestrahlung mit künstlichem UV-Licht das Risiko, später Hautkrebs zu bekommen. Allerdings dürfte die gesetzliche Neuregelung nach Einschätzung Klugs nicht vor 2009 greifen. Bis dahin soll ein neues Gütesiegel Sonnenstudios mit geringeren Strahlenwerten ausweisen. Für die Initiative «Geprüftes Sonnenstudio» erarbeitete Klug zufolge das Bundesamt für Strahlenschutz die Kriterien.

Neben allgemeinen Hygienestandards verpflichten sich die dem Siegel angeschlossenen Solarien, bereits jetzt Jugendlichen unter 18 Jahren den Zutritt zu verweigern. Zudem zeige das Siegel, dass die damit geprüften Sonnenstudios den Grenzwert für UV-Strahlungen von 0,3 Watt pro Quadratmeter in ihren Solarien einhalten. Nach Angaben des Vorsitzenden des Bundesfachverbands Sonnenlicht-Systeme, Jörg Wolff, gibt es bundesweit etwa 5000 Sonnenstudios. Mit Geräten in Fitnesscentern, Kosmetikstudios oder Schwimmbädern schätzt Wolff die Zahl der Sonnenbänke auf rund 60 000. Der Verband unterstützt das freiwillige Qualitätssiegel, plädiert aber für ein niedrigeres gesetzliches Mindestalter. Jugendliche zwischen 16 und 18 sollen sich nach den Vorstellungen Wolffs mit einer Einverständniserklärung ihrer Eltern auf die Sonnenbank legen dürfen.

Der Verband hofft, dass sich bis Ende 2008 rund 1 000 Sonnenstudios dem neuen Siegel anschließen. Der Deutschen Krebshilfe zufolge legen sich die Deutschen pro Jahr etwa zwölf Millionen Mal auf die Sonnenbank. Hautkrebs sei mittlerweile der am häufigsten vorkommende Tumor. Entsprechend belaste die Behandlung das Gesundheitssystem, sagte Hauptgeschäftsführer Gerd Nettekoven. Bei Sonnenbädern unter natürlicher Sonne sei in Deutschland bereits ein Bewusstseinswandel eingetreten. Nun müsse bei der künstlichen UV-Bestrahlung Aufklärung betrieben werden. (Quelle: NetDoktor)