Schweiß lass nach

Hilfe bei Hyperhidrosis plantaris

Was sind Schweißfüße – und was hilft?

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18.04.2017

Schweißfüße sind nicht nur lästig, sondern können – je nach Intensität – für Betroffene zu einer großen Belastung werden. Schwitzende Füße sind meistens „normal“, denn die Fußsohlen sind im Vergleich zum übrigen Körper besonders gut mit Schweißdrüsen bestückt. Der Grund: Ein leichter Feuchtigkeitsfilm gewährt eine bessere Bodenhaftung. Bei manchen Menschen sind die Drüsen jedoch überproduktiv: unabhängig von der Temperatur sondern sie viel Flüssigkeit ab. Zersetzen Bakterien den Schweiß, beginnt es zu riechen.

Doch die Geruchsentwicklung ist nicht das einzige Problem von Menschen mit Schweißfüßen. Durch die dauernde Feuchtigkeit quillt die Haut auf und wird empfindlich. Zudem bietet dieses Milieu beste Bedingungen für Fußpilz. Auch Viren, die Warzen auslösen, fühlen sich hier wohl.

Mediziner sprechen erst von Schweißfüßen (Hyperhidrosis plantaris), wenn ein Fuß pro Minute 50 Milligramm Schweiß absondert. Grund dafür ist ein gestörtes vegetatives Nervensystem.

Erste Hilfe für Schweißfüße bieten folgende Maßnahmen:

  • Atmungsaktive Schuhe tragen, häufiger wechseln
  • Geruchshemmende Einlegesohlen verwenden (mit Aktivkohle, Zedernholz oder Zimt)
  • Baumwollsocken tragen, häufig wechseln
  • Füße häufig mit kaltem Wasser waschen
  • Überschüssige Hornhaut mit einer Feile entfernen
  • Möglichst häufig barfuß gehen

Im Falle einer echten Hyperhidrose helfen folgende medizinische Therapien:

  • Spezielle hoch dosierte Antitranspirantien mit Aluminiumchlorid stoppen den Schweißfluss zeitweilig
  • Fußbäder mit leichtem Stromfluss bessern die Beschwerden mittelfristig
  • Botoxinjektionen unterbrechen die Nervenleitung über einen Zeitraum von mehreren Monaten und verhindern so die Schweißbildung
  • Als letzte Option bleibt die Durchtrennung des entsprechenden Sympathikusnervs. (Quelle: NetDoktor/C.Fux, 4/2017)