Schweiß lass nach

Tipps gegen Hyperhidrose

27.05.2016

Was bei übermäßigem Schwitzen hilft

Wer unter übermäßigem Schwitzen – im Fachjargon Hyperhidrose genannt – leidet, schwitzt nicht nur bei Hitze oder Überanstrengung. Vielmehr wird das verstärkte Schwitzen häufig durch Aufregung, Nervosität und andere Formen seelischer Anspannung ausgelöst. Etwa fünf Prozent der Bevölkerung leiden unter dieser erblichen Schwitzneigung. Folgende Tipps können Linderung verschaffen:

- lockere, luftdurchlässige Kleidung tragen, am besten aus Baumwolle und Wolle (keine Kunstfasern)
- nach dem Zwiebelprinzip kleiden (also zum Beispiel ein T-Shirt plus eine dünne Strickjacke anstelle eines dicken Wollpullovers)
- bei Schweißfüßen: Lederschuhe mit durchgehender Ledersohle tragen (keine Gummi-, Kunststoff- oder Holzsohlen!) und im Sommer Sandalen. Tagsüber öfters die Schuhe wechseln
- so oft wie möglich barfuß laufen, weil durch die Stimulation der Fußsohlen die Aktivität der Schweißdrüsen reguliert wird

- Speisen und Getränke meiden, die das Schwitzen anregen wie zum Beispiel fettreiche, üppige und/oder scharf gewürzte Mahlzeiten, Alkohol, Nikotin und Kaffee
- Abnehmen bei Übergewicht
- nicht die Flüssigkeitszufuhr einschränken; die abgegebene Schweißmenge hängt nicht von der Trinkmenge ab
- täglich mindestens einmal duschen, dabei zum Beispiel desodorierende Syndets (Reinigungsmittel aus synthetischen Rohstoffen) oder pH-neutrale Seifen verwenden
- bei starkem Achselschweiß die Achselhaare rasieren, um einem Bakterienwachstum vorzubeugen

- Deodorantien (Deoroller, Deosprays etc.) verwenden, deren Geruchsstoffe und antibakteriellen Zusätze den Schweißgeruch reduzieren beziehungsweise überdecken. Die antibakterielle Wirkung ist wichtig, denn der unangenehme Schweißgeruch entsteht erst, wenn sich Bakterien über den Schweiß hermachen
- regelmäßig in die Sauna und/oder zum Sport gehen, um die normale Funktion der Schweißdrüsen zu trainieren. Bei bestehenden Grunderkrankungen wie Herzschwäche oder Venenleiden sollten Sie vorher aber Rücksprache mit Ihrem Arzt halten
- Auch Kalt-Warm-Duschen, Kneipp-Güsse für Arme und Beine sowie Vollbäder mit Sole-, Moor- oder Heublumenzusätzen sind bei übermäßigem Schwitzen (zum Beispiel in den Wechseljahren) empfehlenswert.
- ein altes Hausmittel gegen Schwitzen ist Salbeitee

- Schweißausbrüche können seelisch stark belasten und umgekehrt durch seelische Anspannung hervorgerufen werden. In diesen Fällen helfen beruhigende Heilpflanzen wie Baldrian, Passionsblume und Melisse. Als heißer Tee bei Schweißausbrüchen (Hitzewallungen) in den Wechseljahren wird etwa eine Mischung aus jeweils einem Teelöffel Johanniskraut, Melisse, Lavendel und Passionsblume empfohlen.
- Wenden Sie regelmäßig Entspannungstechniken wie Autogenes Training oder Progressive Muskelentspannung nach Jacobson an, um das vegetative Nervensystem zu beruhigen. Das beugt Schwitzen vor, denn die Schweißabgabe wird über das vegetative Nervensystem gesteuert.

- Wenn angstauslösende Situationen (wie Prüfungen, Zahnarztbesuch, öffentliche Auftritte) Schweißausbrüche verursachen, können Sie es mit der Bach-Blütentherapie versuchen: Geeignet sind vor allem die Rescue-Tropfen (Notfall-Tropfen), aber auch Rock Rose und Mimulus.
- Ätherische Öle, die gegen vermehrtes Schwitzen empfohlen werden, sind vor allem Sabei, Citronella, Rose, Rosenholz, Thuja und Zypresse (zum Beispiel als Zusätze in Bädern, Duschcreme und Hautcreme). Bei Schweißfüßen kann man auch einen Fußbalsam nehmen und zwei bis vier Tropfen Fichten-, Kiefer-, Rosmarin-, Lemongras- oder Teebaumöl dazumischen. (Quelle: M. Feichter, NetDoktor, 5/16)