22.09.2008

Sanfte Spezialpflege bei Couperose

Foto: Dr. Grandel Men
Der französische Begriff „Couperose“ bedeutet übersetzt „Kupferrose“ und bezeichnet ein Hautproblem, das durch eine kupferrote Färbung der Hautoberfläche auffällt. Meist sind es hervorstechend rote Äderchen im Gesicht, unter denen von Couperose Betroffene leiden. Sie entstehen durch Erweiterungen kleiner oberflächlicher Blutgefäße, hervorgerufen durch eine Schwäche der Kapillaren und des Bindegewebes. Der medizinische Oberbegriff für diese anlagebedingten Gefäßerweiterungen lautet Teleangiektasien. Sie treten meist ab dem 30. Lebensjahr auf, betreffen beide Geschlechter gleichermaßen und sind im Gesicht meist an den Wangen und um die Nasolabialfalte zu finden. Im Anfangsstadium entsteht nur eine vorübergehende Rötung. Bei mehrfachem Auftreten bleiben die Rötungen jedoch infolge einer Stauung in den Kapillaren länger bestehen. Diese Stauungen führen dann zu einer bleibenden Gefäßerweiterung. Durch Ausstülpungen und Verzweigungen kommt es sogar zu einer Neubildung von Gefäßen, die aber eine verminderte Elastizität bei einer erhöhten Durchlässigkeit besitzen. Daher erklären sich die bleibenden Rötungen, die starke Ausprägung des Gefäßnetzes und der Austritt von Blut in das umliegende Gewebe.

Während bei den Teleangiektasien der hellrote Ton dominiert, da die arteriellen Gefäße betroffen sind, spricht man von Venektasien, wenn die venösen Gefäße betroffen sind; die Haut hat dann eine bläuliche Färbung. Eine Mischform ist möglich. Die Diagnose Couperose ist nicht immer eindeutig zu stellen: Eine exakte Abgrenzung zu Rosacea, Erythrosis und aktinischen Hautveränderungen ist nicht immer klar zu finden. In allen Fällen jedoch gilt gleichermaßen: Die Vermeidung von Saunabesuchen, Sonne, starken Temperaturschwankungen (z.B. Unterkühlung im Winter), Alkohol, Kaffee und schwarzem Tee ist im Krankheitsfall angeraten.

Oberstes Gebot für die Hautpflege bei Couperose lautet: so sanft wie möglich. Bei erkennbarer Neigung zu Couperose ist Prävention besonders wichtig. Reinigungspräparate sollten keine scharfen Tenside auf Lauryl(ether)sulfat-Basis enthalten, da diese nicht nur stark entfetten, sondern die empfindliche Haut reizen. Eine Reinigungsmilch mit hautschonenden Inhaltsstoffen ist in diesem Fall besser geeignet. Generell gilt: reizarme, atmungsaktive Präparate ohne Duftstoffe und Konservierungsmittel (vor allem nach einer Corticoid-Therapie bei Rosacea), nur sanft einmassieren und möglichst auf Peelings verzichten. Falls doch: dann Enzym-Peeling-Masken verwenden. Die Haut soll in erster Linie beruhigt und die oberflächlichen Blutgefäße stabilisiert werden. Entzündungshemmende Wirkstoffe wie Kamille, Panthenol, Vitamin K oder Aloe Vera sind Balsam für Couperose geschädigte Haut. Viele Kosmetikfirmen bieten Präparate an für diese Zielgruppe: Für Männer mit Couperose gibt es zum Beispiel von Dr. Grandel eine Spezialpflegelinie (s.Foto). Auch Dermaviduals bietet Spezialpräparate für die Pflege bei Couperose an.