30.11.2004

Süße Erkenntnis: Zartbitterschokolade als Therapie

Fotoquelle: Fairenaschokolade, st.peter-und-paul.net
Schokolade auf Rezept? Wenn die jüngsten Forschungsergebnisse von Kardiologen auf Dauer bestätigt werden können, dann könnten in der Apotheke neben Pflaster und Schmerztabletten auch bittersüße Tafeln Schokolade liegen. Dass Schokolade nicht nur dick, sondern zum Teil auch glücklich machen kann, wissen wir bereits. In der traditionellen indianischen Medizin galt Kakao sogar als magische und heilende Pflanze. Nun haben auch Kardiologen das süße Thema entdeckt.

Griechische Herzspezialisten berichteten auf dem letzten Kongress der Europäischen Kardiologengesellschaft, dass dunkle Schokolade die Blutgefäße stärken: Die Flavonoide des Kakao (die vor allem in dunkler Zartbitterschokolade enthalten sind) "verringern oxidativen Stress in den Zellen und verbessern ... die Funktion des Endothels, einer für die Herzgesundheit wichtigen Zellschicht an der inneren Oberfläche der Blutgefäße", berichtete der Athener Herz-Spezialist Dr. Vlachopoulos.

Zwar müssten die Forschungsergebnisse noch durch Langzeitstudien belegt werden, "aber bis wir noch mehr Details kennen, kann man Schokolade immerhin als etwas Genüssliches sehen, das eventuell auch die Herzgesundheit unterstützt", so Prof. Dr. Fleck vom Deutschen Herzzentrum in Berlin. Das schlecht Gewissen beim Griff zum Schokoriegel (oder zur ganzen Tafel) kann also mit wissenschaftlichem Segen ad acta gelegt werden - vorausgesetzt, es handelt sich um die dunkle Sorte und man bleibt sich der Kalorien weiterhin bewusst.

Vielleicht stecken noch weitere ungelüftete Geheimnisse in dem ursprünglich von den Azteken in unsere Küche gebrachten Schokoladengrundstoff Kakao. Darüber würden sich nicht nur kardiologische Patienten freuen.


Quellen: www.medizin-aspekte.de, www.medizinnews.de, www.aerztezeitung.de, Kongress der Europäischen Kardiologengesellschft (ESC)