Thema und Vita

Resilienz – Faktoren gegen Überlastung und Burnout

Unsere Gesellschaft ist gestresst, der Begriff Burnout in aller Munde. Dabei wurde das Phänomen des Burnout bereits in den 1970er Jahren erstmals entdeckt und wird seitdem wissenschaftlich untersucht. Stress wird als wichtige Ursache sowohl für Burnout als auch für Depression angesehen. Aus diesen Gründen rücken die Folgen von Stress in den Fokus der Forschung – und zwar zu Recht, denn sie überschatten oft nicht nur das Leben der Betroffenen und ihrer Familien, schränken Gesundheit und Wohlbefinden ein, sondern sind ein Phänomen, das mittlerweile unsere gesamte Gesellschaft in erheblichem Umfang beeinflusst.

Was ist Burnout? Welche Symptome sind kennzeichnend? Was sind die Ursachen? Gibt es so etwas wie eine biologische Disposition? Professor Martin Reuter und sein Team untersuchen seit über drei Jahren die genetischen und epigenetischen Determinanten des Burnout. In gut verständlicher Weise wird erklärt, wie man sich vorstellen kann, dass Gene unsere Gesundheit beeinflussen und darüber hinaus, wie wir unsere Gene positiv beeinflussen können (Epigenetik). Gerade die epigenetische Forschung gibt uns Mut, dass wir unseren Genen nicht hilflos ausgeliefert sind – ein Glaube der jahrzehntelang in der Bevölkerung verbreitet war. Gelänge es genetische Marker zu identifizieren, die spezifisch für Burnout sind, so wäre auch eine eigene, von der Depression unabhängige Diagnose, gerechtfertigt.

Freitag, 4. März 2016, 12.00 Uhr


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Prof. Dr. Martin Reuter

Vita

Prof. Dr. Martin Reuter studierte an der Universität Giessen Psychologie und im Nebenfach Medizin, bevor er an der Universität Würzburg zum Thema „Cortisol und Emotion“ promovierte. 2005 habilitierte er an der Universität Giessen zum Thema „Die Rolle des dopaminergen Systems für Nikotinabhängigkeit und Persönlichkeit“ und verbrachte einen Forschungsaufenthalt am NIAAA/NIH in Washington.

2006 erhielt Martin Reuter einen Ruf auf die Professur für Differentielle Psychologie und Persönlichkeitsforschung an die Universität Bonn. Darauf folgten sechs weitere Rufe auf Professuren an den Universitäten Dresden, Leipzig, Ulm, Bochum, Göttingen und abermals Bonn (Professur für Differentielle & Biologische Psychologie).

Seit 2009 ist der Psychologe und Neurowissenschaftler Prof. Dr. Martin Reuter einer der Direktoren des Center for Economics and Neuroscience (CENs). Er erhielt wissenschaftliche Preise sowie Auszeichnungen für exzellente Lehrveranstaltungen und herausragende Nachwuchsförderung. Er fungiert als Gutachter für zahlreiche internationale Zeitschriften und nationale und internationale Forschungsinstitutionen und hat seit 2001 über 130 internationale Publikationen veröffentlicht. In seiner Forschung beschäftigt sich Reuter mit den neuronalen Grundlagen menschlichen Verhaltens vom Normalbereich bis hin zur Psychopathologie mit einem Schwerpunkt auf molekulargenetischen Methoden.
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