18.11.2006

Radiowellen gegen Krampfadern

Katheterspitze,die in die Vene eingeführt wird.Foto:Uni Graz
Krampfadern sind nicht nur ästhetisch störend, sondern auch ein Gefahrenherd für eine Lungenembolie. Eine neue Behandlungsmethode wird jetzt in einer internationalen Studie unter Leitung der Universitäts-Hautklinik Heidelberg erprobt: Die erweiterten Gefäße werden mit Hilfe eines in die Vene eingeführten Katheters ("Closure Fast Katheter"), dessen Spitze durch Radiowellen erhitzt wird, verschlossen. Nach Erwärmung auf ca. 120 Grad schrumpft und kollabiert die Krampfader. Erste Ergebnisse zeigten Vorteile gegenüber vergleichbaren Verfahren, vor allem durch die Schonung des umliegenden Gewebes, berichtet Prof. Dr. Thomas Proebstle, Leiter des Bereichs Phlebologie in Heidelberg.

Mit der neuen Behandlungsmethode kann den Patienten nun äußerst schonend geholfen werden. Im Gegensatz zu den anderen Verfahren, bei denen die Gefäße ebenfalls von innen verschlossen werden, z. B. durch Laser, gelangt weder Strom noch Laserenergie außerhalb des behandelten Gefäßes in den Körper des Patienten. Das Verfahren sei daher noch schonender und zudem schneller in der Anwendung, resümiert Proebstle die Tests. Nur ein kleiner, rund einige Millimeter langer Schnitt ist nötig. Der eigentliche Behandlungsschritt der Vene mit dem "Closure Fast Katheter" benötige in der Regel nur noch 2 bis 3 Minuten und könne ambulant in örtlicher Betäubung unter Ultraschallkontrolle durchgeführt werden.

Nach den ersten Resultaten beurteilen die Heidelberger Experten die neue Methode positiv: Sie biete einige Vorteile gegenüber den gängigen Methoden der Krampfaderbehandlung wie dem "Stripping" oder der Verödung. Gegenüber der Laserbehandlung habe sie ein "vorteilhaftes Nebenwirkungsprofil": Es komme seltener zu Blutergüssen, das kosmetische Resultat unmittelbar nach dem Eingriff sei ansprechender und die Schmerzen nach dem Eingriff geringer. Bereits am folgenden Tag können die Therapierten in der Regel wieder ihrer Arbeit nachgehen. (Quelle: hautstadt; PM Universität Heidelberg; Uni Graz)