Thema und Vita

Psychosomatik – die Seele spricht, der Körper folgt

Hautsymptome sind oftmals ein Schrei der Seele nach Zuwendung und Beachtung. Sicherlich kann die Kosmetikerin nicht auf die seelische Situation jeder einzelnen Kundin eingehen. Sie sollte jedoch dafür sensibel sein, dass ein nicht unbedeutender Anteil der Hautkrankheiten eine psychosomatische Komponente hat.

In den letzten Jahren ist das Verständnis für die Wechselwirkungen zwischen Psyche und Hauterkrankungen sehr stark gewachsen. Das relativ junge Wissenschaftsgebiet der Neuroimmunologie konnte zum Beispiel experimentell beweisen, dass psychische Faktoren die Aktivität unseres Immunsystems beeinflussen. Gerade im Zusammenwirken von Hautzellen und Immunsystem werden immer mehr phantastische Einzelheiten bekannt. Wenn die Hautsymptome die Verhältnisse des Innern unseres Körpers oder unserer Psyche widerspiegeln, muss die eigentliche Therapie ursächlich nicht an der Haut, sondern eben dort ansetzen. So wird in einigen Fachkliniken schon eine sehr erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen Dermatologen, Kosmetikerinnen und Psychologen bzw. Psychotherapeuten praktiziert. Die Arbeit von Kosmetikerinnen ist in diesem Zusammenspiel zwischen Haut und Seele ein wichtiger Beitrag. Professor Manfred Schedlowski und Professor Michael Schmidt geben Einblick in diese Thematik.
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Sarah Schretzmair

Vita

Manfred Schedlowski ist Professor für Medizinische Psychologie und Verhaltensimmunbiologie am Universitätsklinikum Essen. Nach dem Psychologiestudium in Bielefeld und Braunschweig promovierte er an der Medizinischen Hochschule Hannover und war nach einem Forschungsaufenthalt an der University of Newcastle und der La Trobe University in Melbourne, Australien, in den Abteilungen für Klinische Immunologie und Klinische Psychiatrie an der Medizinischen Hochschule Hannover wissenschaftlich tätig, wo er sich 1993 habilitierte. Seit Oktober 1997 ist Professor Schedlowski Direktor des Institutes für Medizinische Psychologie und Verhaltensimmunbiologie am Universitätsklinikum Essen, unterbrochen von einem dreijährigen Forschungsaufenthalt von 2004 bis 2007 an der Eidgenössichen-Technischen-Hochschule (ETH) -Zürich.

Der Schwerpunkt seiner Forschung liegt auf der Analyse der funktionellen Verbindungen zwischen dem Nervensystem, dem Hormonsystem und dem Immunsystem. Vor diesem Hintergrund beschäftigt sich Professor Schedlowski mit seiner Arbeitsgruppe im Rahmen der Placeboantwort mit dem Phänomen der Klassischen Konditionierung von Immunfunktionen und analysiert die biochemischen und neuropsychologischen Mechanismen sowie die klinische Bedeutung der Placebo- und Noceboantwort.

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Michael Schmidt

Vita

Nach dem Studium der Fachrichtungen Biologie, Chemie, Biochemie und Didaktik der Naturwissenschaften in Göttingen promovierte Michael Schmidt am Max-Planck-Institut für Experimentelle Medizin mit dem Schwerpunkt Biochemische Pharmakologie und war danach als Hochschullehrer an verschiedenen Universitäten tätig. Sein besonderes Interesse gilt der biochemischen Dermatologie und der Dermatophysiologie. Forschungsschwerpunkte sind die Funktion der Hautbarriere, Haut und Immunsystem, Hautkrebserkrankungen sowie die Rolle der Freien Radikale im Gesundheitskonzept der Salutogenese.

In der Kosmetikbranche ist Michael Schmidt seit vielen Jahren bestens bekannt, nicht zuletzt durch unzählige Fachartikel und unabhängige Firmenfortbildungen. Die Fachbücher „Pigmentierungen der Haut“ und „Akne und akneähnliche Erkrankungen“ gehören mittlerweile zu den Standardwerken der staatlichen Kosmetikausbildung in Deutschland. Daneben ist er seit dem Jahr 2000 als Mitinhaber und Forschungsleiter bei der Dermatolan GmbH tätig, die die Kosmetikmarken Missing Link und marineau entwickelt und vertreibt. Seit vielen Jahren ist er wissenschaftlicher Leiter des Fachprogramms Kosmetik der BEAUTY DÜSSELDORF.

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