16.06.2006

Polymorphe Lichtdermatose: Ursachen und Tipps

Polymorphe Lichtdermatose/Foto: Hautstadt
So schön Sommer und Sonne auch sind - für manche Menschen, die unter einer so genannten Sonnenallergie leiden, kann Sonneneinstrahlung zur Qual werden. Die polymorphe Lichtdermatose wird häufig als "Sonnenallergie" bezeichnet, obwohl es sich nicht um eine allergische Erkrankung handelt. Betroffene leiden unter der nichtallergischen Reaktion ihrer Haut auf ultraviolettes Licht, meist langwelliges UV-Licht (= UV-A), selten UV-B oder beide UV-Bereiche. Die Symptome reichen von starkem Juckreiz über Rötung bis zu Knötchen mit Bläschen. Weil alle diese Hautveränderungen auftreten können, heißt die Lichtdermatose "polymorph" (vielgestaltig). Bei Betroffenen tritt jedoch immer nur eine dieser Krankheitsformen auf, das Hautbild ist dann eher monomorph (gleichförmig). Die Hautveränderungen finden sich bevorzugt in der vorderen Halspartie, im Brustausschnitt, an Armen und Handrücken, selten im Gesicht; gelegentlich und besonders im Kindesalter an den Ohrrändern. Die Hauterscheinungen treten einige Stunden nach Sonneneinwirkung auf, sie bilden sich im Laufe weniger Tage zurück, auch ohne Behandlung.

Als Ursache nehmen Mediziner eine genetisch bedingte Veranlagung an. Inzwischen liegen auch molekularbiologische Untersuchungen vor. Trotzdem ist nicht geklärt, in welcher Weise UV-Licht in diesen Fällen in der Haut wirksam wird und was die betroffenen Personen für UV Strahlen so abnorm empfindlich macht. Diskutiert wird zur Zeit eine anlagebedingte Funktionsstörung der Keratinozyten (hornbildenden Zellen der Oberhaut), die den durch UV-Strahlen verursachten so genannten oxidativen Stress nicht ausreichend gegenregulieren können.

Eine akut aufgetretene PLD kann einfach und effektiv behandelt werden, z. B. mit einer Zinkschüttelmixtur (link Tannosynt Lotio) oder einer (schneller wirkenden) Kortikoidcreme. Wichtiger ist die Prophylaxe, die darauf abzielt, die natürliche Lichtgewöhnung zu nutzen: Die betroffene Person setzt die jeweils reagierenden Hautpartien ab Frühjahr/Frühsommer zunehmend der Sonne aus und akzeptiert dabei leichte Schübe der PLD. Nach wenigen, oft nur zwei bis drei Schüben der PLD gibt es in den meisten Fällen einen Gewöhnungseffekt in der Weise, dass über den Rest des Sommers keine PLD mehr auftritt. Außerdem sind Lichtschutzpräparate mit einem hohen Schutzfaktor auch für UV-A meist gut wirksam. Neuere Präparate enthalten neben den üblichen chemischen und physikalischen Lichtfiltern auch Antioxidantien, denen eine zusätzliche Schutzwirkung zugeschrieben wird. Reichen diese Maßnahmen nicht aus, kann der Hautarzt/die Hautärztin eine Phototherapie durchführen. Es erfolgen Ganzkörperbestrahlungen, mit denen eine mehrwöchige Toleranz für eine nachfolgende Sonnenexposition erreicht wird. Eine solche "Gewöhnungsbestrahlung" kann auch mit UV-B erfolgen, so dass unter den Bestrahlungen keine PLD auftritt. (Quelle: Hautstadt)