26.09.2005

Onychomykosen: Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten bei Nagelpilzinfektionen

Fotoquelle: Hautstadt
Pilzinfektionen gehören zu den häufigsten Erkrankungen der Nägel. In Deutschland leiden etwa zehn bis zwölf Millionen Menschen (jeder Achte) unter einer Nagelpilzinfektion. Wie der Fußpilz wird auch der Nagelpilz meist durch Fadenpilze (Dermatophyten) hervorgerufen. Deshalb kann ein bestehender Fußpilz auch leicht die Nägel befallen und umgekehrt. Weil Pilze ein feuchtes Milieu bevorzugen, tritt der Nagelpilz wesentlich häufiger an den Zehennägeln als an den Fingernägeln auf. Als Hauptinfektionsquellen gelten vor allem öffentliche Schwimmbäder, Saunen, Duschen und Umkleidekabinen etc. als. Eine Infektionsgefahr ist auch bei allen Leihschuhen gegeben. Weitere begünstigende Faktoren für die Entstehung von Nagelpilz sind beispielsweise vermehrtes Schwitzen und gestaute Feuchtigkeit in zu engen oder luftundurchlässigen Schuhen. Jedoch erkranken nicht alle Menschen an Fuß- oder Nagelpilz, wenn sie mit dem Erreger in Kontakt kommen. Erst unter bestimmten Voraussetzungen, z.B. bei einer Vorschädigung des Nagels oder einer Verletzung der Nagelhaut, kommt es zu einer Pilzinfektion. Besonders gefährdet sind unter anderem die Fußnägel von älteren Menschen, Diabetikern sowie von Patienten, die Arzneimittel einnehmen, die das Immunsystem schwächen (sog. Immunsuppressiva).

Bei einem Nagelpilz verfärbt sich die Nagelplatte gelblich bis dunkelbraun, selten auch grünlich oder schwarz. Zudem verdickt sich der Nagel und wird brüchig. In den umgebenden Hautpartien kann zusätzlich ein unangenehmer Juckreiz auftreten. Die Erkrankung verläuft am Anfang unauffällig und verursacht keinerlei Schmerzen. Deshalb wird sie von den Betroffenen nicht als Problem erkannt. Der Nagel kann jedoch so weit zerstört werden, dass er Beschwerden verursacht und kaum mehr nachwächst. Dieser Prozess kann Jahre dauern.

Nagelpilzerkrankungen heilen nie von selbst ab. Im Gegenteil: Wenn der Nagelpilz nicht behandelt wird, kann er sich weiter ausbreiten und dabei auch weitere Nägel oder andere Hautbereiche infizieren. Deshalb sollten Nagelpilzerkrankungen in jedem Fall behandelt werden. Dafür stehen zahlreiche Medikamente (Antimykotika) zur Verfügung, die auf unterschiedliche Weise das Wachstum der Pilze hemmen bzw. die Pilze abtöten. Diese Medikamente können entweder äußerlich (in Form von Salben, Cremes, Lösungen oder Nagellacken) oder innerlich als Tabletten angewendet werden (z.B. mit dem Wirkstoff Terbinafin). Ist nur ein Teil des Nagels betroffen, stehen spezielle Nagellacke oder Salben-Sets mit antimykotischen Wirkstoffen, die in den Nagel eindringen können, zur Verfügung. Vor jedem Auftragen muss die Nageloberfläche je nach Präparat mit einer Feile aufgeraut oder mit einem Schaber abgetragen werden, damit der Wirkstoff gut in den Nagel eindringen kann. Für den Erfolg einer solchen Behandlung benötigt man Ausdauer; die Behandlung dauert Wochen bis Monate. (Quelle: www.hautstadt.de)