10.01.2012

Hautforschung: neue Risikogene für Neurodermitis identifiziert

Neurodermitis

Fotoquelle: medicalobserver.com
Mit einer geschätzten Häufigkeit von ca. 20 Prozent bei Kindern und ca. fünf Prozent bei Erwachsenen ist die Neurodermitis in westlichen Industrienationen eine der häufigsten chronischen Hauterkrankungen. Sie geht oft der Entwicklung von Heuschnupfen und Asthma voraus und ist mit einer Reihe anderer Erkrankungen assoziiert. Ein großer Teil des Risikos, Neurodermitis und Allergien zu entwickeln, wird vererbt. In Kombination mit Umwelteinflüssen kommt es zur Krankheitsentstehung.

Wissenschaftlern ist es nun gelungen, drei Genvarianten zu identifizieren, die das Risiko für Neurodermitis erhöhen. Die Ergebnisse der Genetik-Studie zu Neurodermitis, in der mehr als 10.000 Patienten und 40.000 Gesunde aus 26 Kohorten untersucht wurden, wurden jetzt auf der Website von Nature Genetics veröffentlicht.

Dabei zeigten drei bislang nicht mit Neurodermitis in Zusammenhang gebrachte Genvarianten deutliche Effekte auf das Krankheitsrisiko. Zwei dieser Genvarianten spielen eine Rolle für die Aufrechterhaltung der natürlichen Hautbarriere, während die dritte Genvariante Auswirkungen auf die Immunregulation hat und in der Vergangenheit schon mit Asthma- und Allergieentstehung in Verbindung gebracht wurde.

Die Ergebnis helfen den Forschern, die Ursachen der Krankheit besser zu verstehen. Zugleich können sie zur Entwicklung neuer Tests zur Risikoabschätzung und neuen Behandlungsmethoden beitragen. Mit dem neu erworbenen Wissen kann die Prävention und Diagnostik verbessert werden, um so neue Therapieansätze zu entwickeln. Die gesamte Untersuchung ist nachzulesen unter: www.nature.com/ng/journal/vaop/ncurrent/full/ng.1017.html.