03.07.2007

Neuer Kriterienkatalog für gesunde Ernährung

Foto: pixelio
Mit einer Verordnung über nährwert- und gesundheitsbezogene Angaben über Lebensmittel (Claims-Verordnung), die am 1. Juli 2007 in Kraft trat, erhalten die Verbraucher erstmals die Möglichkeit zum Vergleich. Außerdem fällt es leichter, einen Überblick über den Lebensmittelmarkt zu bekommen. Für nährwertbezogene Angaben wie "fettfrei", "energiearm" oder "leicht" gelten nun überall die gleichen Kriterien. Das erhöhe die Rechtssicherheit für Unternehmen und Verbraucher, beurteilt der Bund für Lebensmittelrecht und Lebensmittelkunde e. V. (BLL) in einer Mitteilung die neue Regelung.

Der Spitzenverband der deutschen Lebensmittelwirtschaft, sieht allerdings den restriktiven und bürokratischen Grundansatz der Verordnung kritisch, nach dem alles, was nicht ausdrücklich erlaubt, verboten sei. Dies soll ab 2010/2011 gelten, wenn alle Übergangsfristen abgelaufen sind und die Liste der zukünftig erlaubten gesundheitsbezogenen Angaben beschlossen ist. "Nur wenn es gelingt, das Wissen um die Zusammenhänge zwischen Ernährung und Gesundheit in die praktische Anwendung Verordnung einzubringen, wird sie nicht zum Hemmschuh in der Produktkommunikation", sagt Prof. Matthias Horst, Hauptgeschäftsführer des BLL. Der größte Unsicherheitsfaktor ist dabei die Frage, welche Anforderungen an den wissenschaftlichen Nachweis gestellt werden. Kritisch gesehen werden auch die so genannten Nährwertprofile. Diese sollen darüber entscheiden, ob ein Lebensmittel mit Nährwert- und Gesundheitseigenschaften beworben werden darf oder nicht.

"Nährwertprofile dürfen nicht dazu missbraucht werden, Vorurteile über vermeintlich "gute" und "schlechte", "gesunde" und "ungesunde" Lebensmittel zum Bestandteil europäischer Gesetzgebung zu machen, fordert Horst. Damit dies nicht geschieht, verlangt die Verordnung die wissenschaftliche Begründung und Rechtfertigung der Nährwertprofile. Dieser Forderung gilt es, bei der Formulierung der Nährwertprofile gerecht zu werden. Dabei ist vor allem auch zu berücksichtigen, dass einzelne Lebensmittel aufgrund ihrer Nährstoffgehalte nicht in "gut" oder "schlecht" eingeteilt werden können. Entscheidend ist gesamte, ausgewogene Ernährung als Teil eines gesunden Lebensstils. (Quelle: NetDoktor)