21.09.2006

Neue Immuntherapie gegen Pollen-Allergien

Foto: Info Netzwerk Medizin 2000
Eine Hyposensibilisierung kann sich für Allergiker doppelt lohnen. Oft verschwindet nämlich bei einer Pollen-Allergie-Behandlung auch die Nahrungsmittel-Allergie. Während Medikamente nur die Symptome von Allergien linderten, wird hingegen bei der Hyposensibilisierung die Ursache direkt angegangen. Diese Therapie hat Langzeitwirkung und hilft besonders bei Kindern, allergisches Asthma und neue Allergien zu verhindern.

Bei der klassischen Hyposensibilisierung, auch Spezifische Immuntherapie (SIT) genannt, spritzt der Arzt die Allergieauslöser in winzigen Mengen unter die Haut. Die Dosis wird langsam gesteigert und das Immunsystem so an den Aggressor gewöhnt. Die Erfolgsrate liegt bei Pollenallergikern zwischen 70 und 80 Prozent, bei Insektengift-Allergien sind es sogar über 90 Prozent. Hausstaub-Allergikern hilft SIT in rund 50 Prozent der Fälle - vorausgesetzt sie sanieren gleichzeitig ihren Schlafbereich. Die SIT dauert drei Jahre, im Notfall geht es mit wiederholten Stoß-Therapien auch schneller. Dazu werden drei bis zwölf Wochen vor der Pollensaison vier bis zehn Injektionen gegeben.

Für Pollenallergiker neu und eine Alternative zur Spritze sind Tabletten aus Gräserpollen-Allergenen. Erste Studien ergaben, dass sich die Beschwerden um ein Drittel besserten. Die Tabletten sollen Ende 2006 in Deutschland eingeführt werden. (Quelle: Hautstadt)