07.12.2004

Neue EU-Kosmetik-Richtlinie verbessert den Verbraucherschutz

Seit September 2004 hat der europäische Verbraucher einen Anspruch darauf, auf Anfrage umfassende Informationen zur Produktzusammensetzung und eventueller unerwünschter Nebenwirkungen zu erhalten. Diese Informationen enthalten Angaben über die qualitative (Auflistung der Inhaltsstoffe) und quantitative (Konzentrationsbereich der Inhaltsstoffe) Zusammensetzung des Produkts sowie Angaben über unerwünschte Nebenwirkungen wie Allergien oder Reizungen.

Eine weitere Neuerung der Kosmetik-Novelle betrifft die Kennzeichnung der Haltbarkeit von kosmetischen Produkten, die länger als 30 Monate haltbar sind. Nach wie vor müssen diese Produkte zwar nicht mit einem Mindesthaltbarkeitsdatum versehen werden, jedoch ab dem 11. März 2005 mit der sogenannten "Anbruchstabilität" gekennzeichnet werden.

Von Interesse für Allergiker: Für Produkte, die ab dem 11. März 2005 in Verkehr gebracht werden, gibt es eine Kennzeichnungspflicht für 26 spezifische Stoffe mit allergenem Potenzial im Rahmen der INCI-Deklaration. Laut einer Untersuchung sind diese 26 Stoffe für den überwiegenden Teil der unerwünschten Nebenwirkungen verantwortlich. Bei diesen 26 Stoffen handelt es sich meist um Duft- und Aromastoffe, Bestandteile von pflanzlichen Extrakten oder natürliche ätherische Öle. Sie sind daher in kosmetischen Produkten häufig zu finden.

Auch die CMR-Stoffe sind von der Änderung betroffen. Als CMR-Stoffe bezeichnet man Substanzen, die als carzinogen, mutagen und/oder reproduktionstoxisch (krebserregend, erbgutverändernd und fortpflanzungsgefährdend) gelten. Diese Stoffe werden je nach Gefährdungspotential in 3 Stufen eingeteilt. Ab sofort dürfen Stoffe der Kategorien 1 und 2 als Inhaltsstoffe nicht mehr eingesetzt werden. Stoffe der Kategorie 3 dürfen nur unter bestimmten Umständen verwendet werden. Des weiteren strebt die EU-Kommission den allmählichen Verzicht auf Tierversuche an. So soll bis spätestens 11. März 2009 der Verzicht auf Tierversuche in Kraft treten und diese durch Alternativen ersetzt sein.

Die Vorteile der neuen Richtlinie auf einem Blick: Der Verbraucher kann sich vor dem Kauf nachhaltig über die Zusammensetzung und die Unverträglichkeitsquote des Produktes informieren und kann seine Kaufentscheidung von der Anzahl der bisher aufgetretenen Unverträglichkeits-Reaktionen abhängig machen; durch die differenziertere Angabe von 26 spezifischen Stoffen mit allergenem Potential sind Allergiker in der Lage, diese Stoffe gezielt zu meiden; Allergiker, die früher aus Sicherheitsgründen nur unparfümierte Produkte verwenden durften, können nun durchaus zu parfümierten Produkten greifen, sofern sie nicht jenen Stoff enthalten, gegen den die Allergie besteht, und: Die neue Kennzeichnung der Anbruchstabilität stellt eine verbesserte Aussage zur Haltbarkeit der Produkte dar.

Den gesamten Gesetzestext sowie weitere Erläuterungen dazu erhalten Sie beim IKW unter www.ikw.org.

Quelle: www.aktuelle-kosmetikinfos.de