Thema und Vita

Muße als Heilungsfaktor: Wodurch werden wir gesund

Unser Leben verläuft in den seltensten Fällen dauerhaft in ruhigen, gleichmäßigen Bahnen. Berufliche und persönliche Veränderungen, Mehrbelastungen, Hektik und Stress werden als Einschnitte erlebt und können nicht zuletzt auch zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen führen. Insbesondere Menschen, die hohen beruflichen oder auch privaten Anforderungen ausgesetzt sind, leisten häufig mehr, als Körper und Seele langfristig verkraften.

Bewusste Entspannung und Entschleunigung sind daher ein wichtiger Teil eines gesunden Lebensstils. Sie reduzieren die körperlichen Stress-Symptome und fördern Körperbewusstsein sowie Konzentration. Neueste Erkenntnisse aus der modernen Hirnforschung weisen die positiven bzw. die negativen Einflüsse von Muße, Ruhe und Entspannung einerseits sowie von Aktionismus, Hektik und andauernder Betriebsamkeit andererseits auf neuronaler Basis eindeutig nach.

Wie können wir in der Medizin und in der Kosmetik die speziellen gesund machenden Gehirnzentren gezielt ansprechen? Welchen Einfluss haben Stress, Überforderung, Angst und welche positiven Einflüsse gehen von Entspannung, Achtsamkeit und Vertrauen aus? Spezialist für diese Thematik ist Professor Manfred Schedlowski.
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Sarah Schretzmair

Vita

Manfred Schedlowski ist Professor für Medizinische Psychologie und Verhaltensimmunbiologie am Universitätsklinikum Essen. Nach dem Psychologiestudium in Bielefeld und Braunschweig promovierte er an der Medizinischen Hochschule Hannover und war nach einem Forschungsaufenthalt an der University of Newcastle und der La Trobe University in Melbourne, Australien, in den Abteilungen für Klinische Immunologie und Klinische Psychiatrie an der Medizinischen Hochschule Hannover wissenschaftlich tätig, wo er sich 1993 habilitierte. Seit Oktober 1997 ist Professor Schedlowski Direktor des Institutes für Medizinische Psychologie und Verhaltensimmunbiologie am Universitätsklinikum Essen, unterbrochen von einem dreijährigen Forschungsaufenthalt von 2004 bis 2007 an der Eidgenössichen-Technischen-Hochschule (ETH) -Zürich.

Der Schwerpunkt seiner Forschung liegt auf der Analyse der funktionellen Verbindungen zwischen dem Nervensystem, dem Hormonsystem und dem Immunsystem. Vor diesem Hintergrund beschäftigt sich Professor Schedlowski mit seiner Arbeitsgruppe im Rahmen der Placeboantwort mit dem Phänomen der Klassischen Konditionierung von Immunfunktionen und analysiert die biochemischen und neuropsychologischen Mechanismen sowie die klinische Bedeutung der Placebo- und Noceboantwort.

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