15.02.2010

Wala Arzneimittel GmbH: Was echte Naturkosmetik ausmacht

Merkmale echter Naturkosmetik

Foto: Wala Arzneimittel GmbH
Echte Naturkosmetik von natur-„naher“ konventioneller Kosmetik zu unterscheiden, fällt nicht immer leicht – vor allem, da die Bezeichnung „Naturkosmetik“ rechtlich nicht geschützt ist. Mithilfe der Wala-Checkliste gelingt die Identifikation echter Naturkosmetik:

INCI lesen leicht gemacht: INCI steht für „International Nomenclature of Cosmetic Ingredients“ und bezeichnet die Liste der Kosmetikinhaltsstoffe. Wie bei einer Rangliste werden die Inhaltsstoffe in der INCI in abnehmender Reihenfolge ihres Mengenanteils am Produkt angegeben – so hat die zuerst genannte Substanz den größten, die zuletzt aufgeführte den kleinsten Anteil am jeweiligen Produkt.

Öle: Konventionelle Kosmetik verwendet oft Mineralölprodukte wie Paraffinöl (INCI: Paraffinum Liquidum, Ozokerite Microcrystalline Wax) oder synthetische Silikonöle (z.B. Cyclomethicone, Siloxane). Paraffin- und Silikonöle sind im Vergleich zu pflanzlichen Ölen preisgünstig, duftneutral und unempfindlich gegenüber Sauerstoff. In höheren Konzentrationen decken sie jedoch die Haut ab und beeinflussen die natürlichen Hautprozesse negativ. Naturkosmetik nutzt hochwertige pflanzliche Öle und Ölauszüge. Diese ziehen gut in die Haut ein, ihre pflegende Wirkung ist unbestritten.

Emulgatoren: Zur Herstellung von Cremes und Lotionen sind Emulgatoren notwendig, um die wässrige und die Fettphase dauerhaft zu verbinden. Konventionelle Kosmetik setzt vor allem Polyethylenglycole (INCI: Beginnend mit „PEG“) als Emulgatoren ein. Diese sind preisgünstig und einfach in der Verarbeitung. Allerdings stehen sie im Verdacht, die Haut durchlässiger für Schadstoffe zu machen. Naturkosmetik verwendet oftmals pflanzliches Lecithin (INCI: Lecithin) oder aus Kokosfett gewonnene Glycerin-Fettsäure-Verbindungen (INCI: z.B. Glyceryl Stearat, Glyceryl Laurate).

Parfümierung und Farbstoffe: Konventionelle Kosmetik nutzt in der Regel chemisch-synthetische Farbstoffe (z.B. Azofarbstoffe) sowie synthetische Duftstoffe, die zum Teil sehr stark riechen. In der Inhaltsstoffangabe müssen jedoch sowohl natürliche ätherische Öle als auch chemisch-synthetische Duftstoffe als „Parfum“ deklariert werden. Ähnlich verhält es sich mit den Farbstoffen: Alle Farbstoffe müssen als „CI-Nummer“ angegeben werden (CI = Color Index). Der Verbraucher kann aus den in der Deklaration anzugebenden Abkürzungen nicht erkennen, ob es sich zum Beispiel um ein mineralisches Eisenoxyd (INCI: z.B. CI77491) oder um synthetische Azofarben handelt. Naturkosmetik verwendet besonders reine Mineralpigmente als Farbstoffe und setzt zur Parfümierung ausschließlich natürliche ätherische Öle ein.

Waschaktive Substanzen (Tenside): Konventionelle Kosmetik verwendet für Shampoos und Duschbäder, aber auch für Zahnpasta häufig das Tensid Natriumlaurylsulfat (INCI: Sodium Lauryl Sulfate). Ein Stoff, der aufgrund seines irritativen Potenzials inzwischen kritisch betrachtet wird. Naturkosmetik nutzt milde, gut verträgliche Tenside, die auf Basis nachwachsender Rohstoffe hergestellt werden. So enthalten Shampoos und Duschbäder meist Zuckertenside (INCI: z.B. Coco-Glucoside). Allerdings ist die schäumende Wirkung geringer als bei herkömmlichen Tensiden.

Konservierungsstoffe: Konventionelle Kosmetik setzt vor allem in wasserhaltigen Präparaten Konservierungsstoffe ein. Bekannteste Vertreter sind die Parabene (INCI: z.B. Ethylparaben, aber auch viel aggressivere Konservierungsstoffe wie Chlorhexidinverbindungen oder Formaldehydabspalter wie Diazolidinyl Urea). Naturkosmetik darf laut der Richtlinie des BDIH für „Kontrollierte Naturkosmetik“ einzelne wenige naturidentische Konservierungsstoffe verwenden. Hierbei muss auf der Verpackung jedoch der Zusatz „konserviert mit:“ angegeben werden.