10.06.2006

Mediziner warnen vor Piercings und Tattoos

Foto: Stair Case Tattoo
Tattoos legen sich aufs Gemüt, Hautpiercings können Allergien auslösen, Zungenpiercings bombardieren die Zähne: Nicht jede Mode geht spurlos am Menschen vorüber. Rostocker Mediziner warnen: Bestimmte Formen des Körperschmucks können bleibende Schäden hinterlassen. Besonders betrifft dies Piercings, die Haut und Mundraum sowie auch Nerven und Zähne verletzen können. Auch Tätowierungen können unangenehme Erkrankungen der Haut hervorrufen und sogar der seelischen Gesundheit schaden - dann nämlich, wenn Tattoos nicht mehr erwünscht sind. Immer mehr Menschen lassen sich ihre Tätowierungen wieder entfernen.

Auch können Tätowierungen zu unangenehmen Hautreaktionen führen: Sie können Allergien auslösen oder Entzündungen, die letztlich auch Tumore verursachen können. Bedenklich sei auch die Beeinträchtigung der seelischen Gesundheit, sagt Professor Dr. Gerd Gross, Direktor der Klinik und Poliklinik für Dermatologie und Venerologie am Universitätsklinikum Rostock. "Zu uns kommen immer mehr Menschen, die ihre Tätowierungen wieder entfernen lassen wollen", berichtet Gross. Insbesondere betrifft das Menschen, die an prägnanten und gut sichtbaren Körperstellen, wie an Gesicht, Hals oder Händen, tätowiert sind. "Diese Menschen fühlen sich ausgegrenzt und zum Beispiel bei der Jobsuche benachteiligt." Die ehemals heiß begehrte "Verschönerung" wird dann zur Last.

In der Rostocker Hautklinik werden daher regelmäßig Tätowierungen mit Hilfe des Lasers entfernt. Einfarbige Bilder könnten meist, so Gross, bis zu 80 Prozent, oft aber auch vollständig entfernt werden. In der Regel seien dazu mehrere Sitzungen notwendig, je nach Größe des Tattoos. Nicht entfernt werden können dagegen mehrfarbige Tattoos und solche, die sehr tief in die Haut gebracht wurden. "Grundsätzlich ist von Tätowierungen abzuraten", sagt Dermatologe Gross. "Aber wenn man sich schon tätowieren lassen will, dann sollte auf professionelles Gerät des Tätowierers geachtet werden und darauf, dass sich die Abbildungen auch wieder entfernen lassen." (Quelle: Hautstadt)