16.07.2006

Medikamente und Sonne

Foto: Medizinauskunft
Medikamente und Sonne passen oft nicht zueinander. Bestimmte Arzneimittel können die Wirkung der Sonnenstrahlen sehr verstärken. Folge kann ein Sonnenbrand schon nach sehr kurzem Sonnenbad sein. Die mögliche Folge: Schon nach kurzer Zeit in der Sonne rötet sich die Haut. Die Auswirkungen einer erhöhten Lichtsensibilität reichen von einem leichten Sonnenbrand bis hin zu massiven Hautschäden. "Wer Medikamente einnimmt, sollte nicht einfach den Koffer packen und losfahren”, warnt Heike Stahlhut vom Deutschen Grünen Kreuz e.V. (DGK) in Marburg. "Fototoxische Hautreaktionen durch Arzneimittel in Verbindung mit Sonnenstrahlung können den Urlaub zum Alptraum werden lassen.” Als Folge fototoxischer Reaktionen können starke, sonnenbrandähnliche Symptome wie blasige Hautveränderungen und schmerzende Rötungen entstehen - und das schon nach kurzen Sonnenbädern. Die Hautreaktion kommt dadurch zustande, dass bestimmte körperfremde Substanzen reagieren, wenn gleichzeitig UV- Licht auf die Haut strahlt. Die Wirkung der Sonnenstrahlen wird dabei übermäßig verstärkt. Bei einer fototoxischen Reaktion sind die Hautveränderungen scharf von nicht belichteten Hautpartien abgesetzt.

Die möglichen Verursacher sind zahlreich. Es können Antibiotika sein, Antipilzmittel, Diabetestabletten, Herzmedikamente, Rheumamittel oder Psychopharmaka. Doch nicht alle Präparate aus den genannten Gruppen besitzen solche photosensibilisierenden Eigenschaften. Es sind nur einzelne Mittel aus jedem Bereich, die diese unangenehme Eigenschaft haben. Nach Informationen des DGK sind vor allem Antibiotika aus der Gruppe der Tetracycline für diese Reaktionen bekannt, allen voran Doxycyclin, das häufig bei Behandlung von Atemwegserkrankungen, Infektionen des Urogenitaltrakts, Infektionen des Magen-Darm-Traktes, Borreliose und anderen gesundheitlichen Störungen eingesetzt wird. Aber auch Antibiotika aus der Gruppe der Gyrasehemmer sollen nicht ungefährlich. Besonders stark fototoxisch wirke das zur Therapie von Harnwegsinfekten benutzte Cinoxacin. Wer ein solches Antibiotikum einnimmt, muss damit rechnen, selbst bei kurzem Sonnenbad einen starken Sonnenbrand davon zu tragen. Andere Medikamentengruppen, bei denen es zu unerwünschten Hautreaktionen unter Sonneneinstrahlung kommen kann, sind Arzneien zur Behandlung von Diabetes und Herzkreislauferkrankungen.

Patienten, die regelmäßig Medikamente einnehmen müssen, sind daher gut beraten, sich den Beipackzettel, insbesondere vor dem Sommerurlaub, noch einmal genauer anzuschauen. Dort ist vermerkt, ob die Einnahme der betreffenden Arznei die Haut lichtempfindlicher macht. Findet sich ein solcher Hinweis im Beipackzettel, so ist es ratsam, den behandelnden Arzt zu konsultieren. Mit ihm kann abgeklärt werden, ob das Mittel durch ein anderes ersetzt werden kann, ob der Patient sich besonders schützen kann oder die Sonne besser meiden sollte. (Quellen: Medizinauskunft/Hautstadt)