13.06.2007

Medical Wellness und Lebensqualität

Foto: Pixelio
Unter der Federführung des Güstrower Baltic College wurden in einer repräsentativen Unternehmensumfrage gesundheitstouristischer Unternehmen im Mai 2007 Veränderungstendenzen für den Bereich Medical Wellness erhoben: Die Ergebnisse zeigen, dass Medical Wellness für die meisten Menschen mehr bedeutet als „nur“ Gesundheit. Die Untersuchung zeigt, dass Singles im Alter von 40 bis 60 am stärksten vertreten sind und mit ca. 85% mindestens für eine Woche Medical Wellness wahrnehmen. Neben dem Bedürfnis nach körperlicher Vitalisierung spielen dabei aber auch soziale Kontakt- und Anschlussmöglichkeiten eine Rolle.

Körperliche Selbstästhetisierung und individuelle Kontaktsuche finden im Medical Wellness eine gesellschaftlich akzeptierte Kulisse und einen anspruchsvollen Erlebnisrahmen. Sie verdeutlichen, dass Medical Wellness nicht selten für die Bearbeitung sozialer und psychischer Defiziterfahrungen steht, und nicht allein für körperliche Fitness: Die alte Kur-Maxime „Morgens Fango - abends Tango“ wird im Singlemilieu von Medical Wellness beeindruckend wiederholt. Deshalb berichten führende gesundheitstouristische Unternehmen aus ihrer Praxis, dass der Wellness-Urlaub durchaus ein reflexiver Startpunkt für persönliche Sinn- und Lebenskrisen sein kann. Daraus ergeben sich konsequenterweise besondere Anforderungs- und Kompetenzprofile für Wellness-Berater, Fitness-Trainer oder Physiotherapeuten, die diese Krisen mit ihren Kunden konstruktiv bewältigen müssen.

Aus dieser Perspektive wird im Medical Wellness-Konzept die individuelle Lebensqualität als komplexe Erlebnisstruktur bedeutsam, die neben gesundheitlichen auch persönliche, soziale und kulturelle Momente umgreift. Medical Wellness steht dann auch für kulturelle Identitätsbildung und soziale Integration - und entwickelt sich zum „Cultural Wellness“. (Quelle: Prof. Dr. Torsten Fischer/in:IDW-Online)