07.04.2006

Lesetipp für Podologen: Schwerpunktthema Ulcus cruris

März/April 2006 Ausgabe / Foto: ZFD
Die aktuelle Ausgabe der podologischen Fachzeitschrift "Der Fuß" vom ZFD (Zentralverband der Podologen und Fußpfleger Deutschlands) beschäftigt sich schwerpunktmäßig mit der Krankheit Ulcus cruris. Das als "offene Beine" bezeichnete Venenleiden ist für Betroffene sehr belastend und erfordert von behandelnden Ärzten und Podologen eine stete Auseinandersetzung mit neuen Therapieformen.

Am Anfang eines Ulcus cruris venosum (Ulcus cruris oder offenes Bein) steht eine Venenschwäche. Viele Menschen, nahezu 10 Prozent, haben auch einen Defekt an den Venenklappen. Bei Schwangeren kommt es infolge hormoneller Umstellungen zu einer dauerhaften Erweiterung der Venen. So kommt es zu einem Rückstau in den Beinvenen. Das kann zu Krampfadern, Venenentzündungen und Thrombosen führen. Bei einem Rückstau steht das gesamte System der Blutgefäße unter einem erhöhten Druck. Dieser Druck zerstört langsam die Kapillaren, das sind die feinsten Verästelungen der Arterien, an denen der Austausch von Nährstoffen und Gasen vollzogen wird. Werden Kapillaren zerstört, so kann das Gewebe nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt werden. Hautzellen und Gewebezellen sterben ab und es kommt zu einer dauerhaften Stoffwechselstörung. Das zeigt sich äußerlich durch eine bräunliche Verfärbung der Haut.
Ist die Veränderung erst einmal so weit fortgeschritten, kann schon eine kleine Verletzung zu einem Beingeschwür, einem Ulcus cruris führen. Das liegt daran, dass eine Wunde, auch wenn sie klein ist, nicht mehr zuheilen kann. Häufig werden Beingeschwüre in ihrer Entstehung erst spät bemerkt, weil auch das Schmerzempfinden deutlich herabgesetzt ist. Die Versorgung reicht schon nicht mehr aus, gesundes Gewebe zu erhalten, da ist eine Gewebeneubildung, wie sie für das Zuheilen von Wunden erforderlich ist, kaum noch möglich.

In der Ausgabe März/April werden u.a. Therapieoptionen beim Ulcus cruris venosum vorgestellt und die Bedeutung der Ernährung für die Wundheilung bei Patienten mit Ulcus cruris besprochen. Zudem sind die Ergebnisse der letzten großen Venenstudie in dem Kapitel "Die Bonner Studie" aufgeführt. (Weitere Themen: "Fehlerhafte Spangentechnik", "Elektrolyse-Fußbad", "Fortbildungspflicht für Podologen" und der Wellnessbereich "Spazieren durch die Beautywelt - zu Bachblüten und Bergkristall". Die nächste Ausgabe Mai/Juni erscheint voraussichtlich am 12. Mai 2006.)