08.01.2009

Kosmetische Hilfe bei Rosazea

Thieme Verlag / ISBN-10:3-13-132741-3
In den kalten Wintermonaten blüht sie regelrecht auf: die Rosazea. Betroffene, die unter dieser Hautkrankheit leiden, müssen dermatologisch behandelt werden, können aber auch unterstützende Hilfe im Kosmetikinstitut bekommen. Die Rosazea ist eine für die meisten Betroffenen eine große Belastung. Sie ist eine erblich bedingte, nicht ansteckende, entzündliche Hauterkrankung, deren Ursachen bis heute nicht eindeutig geklärt sind. Obwohl etwa 5–7% der Bevölkerung unter dieser Hauterkrankung leiden (die Häufigkeit liegt in verschiedenen Ländern Europas zwischen einem und zehn Prozent der Bevölkerung), wird sie oft nicht oder nicht rechtzeitig erkannt. Menschen mit hellem, keltischem Hautypen und schwachen Bindegewebe sind häufiger betroffen. Die Rosazea - im Volksmund auch Kupferrose, Couperose, Kupferfinne, Altersakne, Fluch der Kelten oder Rotfinne genannt - entsteht nach und nach in Etappen über mehrere Jahre. Übersetzt bedeutet sie soviel wie „Rosenblütchen“. Dies spielt auf die Rötung im Gesicht an, die für Rosazea typisch ist. Das Gesicht verfügt über ein ausgeprägtes Netzwerk von Venen und winzigen Blutgefäßen, sogenannten Kapillaren. Im Laufe der Jahre verursachen Hautalterung und Sonnenbäder Brüche in den Kapillaren, welche als gerötete Flecken oder Striche im Gesicht erscheinen. Die Gefäße können sich sichtbar erweitern (Teleangiektasien). Die Rosazea kann auch Pusteln und Bläschen im Bereich von Wangen, Nase, Stirn und Kinn verursachen. Es können Blutwallungen und Hitzegefühl auftreten. Durch Stauung der Hautvenen kommt es zu einer Rötung und Schwellung der Gesichtshaut.

Ein Grundsatz in der Hautpflege bei Rosazea-Kunden lautet: weniger Pflege ist mehr - zu häufiges Experimentieren ist nicht gut. Das Gesicht nicht abrubbeln, nur vorsichtig abtrocknen, z. B. mit Kosmetiktüchern. Nichts verwenden, was durchblutungsfördernd wirkt. Dazu gehören zum Beispiel anregende Antifaltencremes, aggressive Mittel, Peelings, antrocknende Gesichtsmasken, Cremepackungen, Dampfbäder, Saunabesuche, heißes oder eiskaltes Wasser und Wechselbäder. Menschen mit dem Rosazeahautbild sollten alkoholhaltige Produkte nicht verwenden – wie auch sonst möglichst auf Alkohol verzichten. Ausnahmefälle gibt es, zum Beispiel die Nachbehandlung der Haut nach einer Isotretinoin-Therapie mit Fruchtsäureprodukten. Diese enthalten zum Teil Alkohol. Hier muss jedoch Rücksprache mit dem Arzt gehalten werden.

Auch fettige Cremes (Wasser in Öl) sind tabu, besser ist es, nur Öl-in-Wasser Emulsionen und ölfreies Make-Up zu verwenden. Bei Sonne müssen Rosazea-Patienten immer ein möglichst fettfreies Sonnenschutzgel mit hohem Filter benutzen. Jetzt im Winter bzw. immer bei eisiger Kälte sollte eine spezielle Kälteschutzcreme (fetthaltige Creme ohne Wasseranteil) empfohlen werden, die allerdings wegen einer Hitzestau-Gefahr in warmen Räumen wieder entfernt werden muss. Speziell bei gereizter Haut empfiehlt sich zur Reinigung ein Thermalwasser zum Sprühen. Gegen Schwellungen und Rötungen kann es gut sein, Kompressen mit kühlem Schwarztee aufzulegen (Wattepads mit Tee tränken) und einige Zeit einwirken lassen. Auch eine Gesichtsmassage kann sich als hilfreich erweisen: Dazu wird, beginnend an den Augenlidern, das Gesicht in kreisenden Bewegungen mit leichtem Druck der Fingerspitzen massiert. Am besten wird die Massage morgens durchgeführt, wenn das Gesicht besonders geschwollen ist. In jedem Falle gilt: Rosazea-Kunden sind „ein Fall für zwei“: für den Hautarzt ebenso wie für die Kosmetikerin. (Quellen: www.rosazea.net, www.gesundheitpro.de)

Foto: Zur weiterführenden Lektüre empfiehlt sich das Buch „Rosazea“ aus dem Thieme Verlag (ISBN-10:3-13-132741-3).