03/05/2004

Kampf den Krampfadern: neue Therapie schonender als Venen-Stripping

Fotoquelle: www.hera.co.at
Krampfadern sind nicht nur unschön, sie können auch gesundheitsschädigend sein. Die Aussicht jedoch, sich die Störenfriede herausziehen zu lassen, hat bisher allerdings viele Patienten vor einer Behandlung zurückschrecken lassen. Zum so genannten Venen-Stripping, dem Ziehen von Krampfadern, gibt es aber eine angenehmere Alternative: Mit Hilfe von Radiowellen oder Laserstrahlen können Ärzte die erkrankten Gefäße von innen "verschweißen". "Diese Verfahren sind für den Patienten schonender, und nach bisherigen Studien ist der Behandlungserfolg genauso gut wie beim herkömmlichen Venen-Stripping", meint Professor Steckmeier, Leiter der Gefäßchirurgie in der Chirurgischen Klinik und Poliklinik in München. "Neueste Untersuchungen zeigen, dass etwa die Hälfte der deutschen Bevölkerung eine mehr oder weniger ausgeprägte Form von Krampfadern haben", so der Experte. Die hervortretenden Gefäße seien dabei nur das äußere Zeichen für den eingeschränkten Venenfluss - häufig jedoch der Anlass für eine Behandlung.

Stören die Krampfadern dagegen nicht das individuelle Schönheitsempfinden, bleiben sie nicht selten unbehandelt. Dies kann zu schweren Komplikationen und langwierigen Behandlungsverläufen führen. Der Vorteil der neuen Verfahren liegt vor allem darin, dass sie weniger belastend für die Patienten sind: Es ist nur ein kleiner Hautschnitt notwendig, durch den die Sonde in die Vene eingeführt wird. Dort erzeugen Radiowellen oder Laserstrahlen Hitze und verschließen die Krampfadern. Allerdings ist die wissenschaftliche Prüfung dieser Behandlungsalternativen noch nicht abgeschlossen, da die Ärzte erst seit wenigen Jahren Erfahrungen mit den Verfahren sammeln. "Deswegen ist eine abschließende Beurteilung der angewandten Methoden erst nach fünf bis zehn Jahren möglich", so Professor Steckmeier. Aber Erfolg versprechen sie jetzt schon.
(Quelle: www.medi-netz.de, 122. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie; München; April 2005)