27.12.2006

Joggerhaut in Gefahr

Foto: Iller-Marathon/Sieger 10km-Lauf 2006
Laufen ist angesagt und wird in Zeiten zunehmender Wohlstandspfündchen – oft gerade nach den Weihnachtstagen - immer beliebter. Über den abendlichen Fitnesslauf kommen viele Jogger irgendwann auf den Marathon. Während des Trainings und der Läufe aber ist die Haut den unterschiedlichsten Risiken ausgesetzt. Amerikanische Dermatologen haben jüngst systematisch die typischen Hauterkrankungen von Joggern in einer Literaturstudie zusammengetragen. Analysiert haben die Forscher der Universität von Cincinnati (Ohio, USA) dazu eine Reihe wissenschaftlicher Studien zu Marathonläufen in den 70er, 80er und 90er Jahren. Sie fanden diverse Hautprobleme: Unter den Infektionen steht an erster Stelle der Fußpilz, Tinea pedis. Es gibt geradezu eine Fußpilz-Epidemie unter Athleten und Läufern. Sportlich aktive Menschen leiden doppelt so häufig unter der lästigen Fußmykose wie Nichtsportler. Unter Marathonläufern leiden 22 bis 31 Prozent an Tinea pedis. In Umkleidekabinen, Swimmingpools und Saunen lauern neben Fußpilzsporen aber auch gram-negative Bakterien, die unangenehm riechende Infektionen in den Zehenzwischenräumen hervorrufen können. Und um die Reihe der Mikroben voll zu machen: Auch Viren sind mit von der Partie und scheinbar "gerne sportlich unterwegs": Humane Papillomaviren verursachen bei vielen Läufern Warzen, die, wenn sie sich unter der Sohle oder an anderen druckausgesetzten Stellen bilden, recht schmerzvoll sein können.

Marathonläufer werden auch von entzündlichen Erkrankungen geplagt. Ganz oben auf der Liste steht hier die allergische Kontaktdermatitis. Chemikalien aus Laufschuhen, Formaldehyd oder auch medizinische Wirkstoffe aus Sportcremes (Salicylate, Polymyxin B, Arnika) können Kontaktekzeme auslösen, so die Forscher. Von physikalischer Nesselsucht (Urtikaria) sind 14 Prozent aller Athleten betroffen. Die juckenden Rötungen werden meist durch eine Überhitzung des Körpers ausgelöst. Läufer mit atopischen Erkrankungen oder Nahrungsmittelallergien haben darüber hinaus ein erhöhtes Risiko für einen lebensbedrohlichen anaphylaktischen Schock, der durch die sportliche Aktivität ausgelöst wird.

Die Nägel sind insbesondere von Traumata bedroht. Bis zu 14 Prozent der Teilnehmer eines Marathons erleiden Verletzungen an den Fußnägeln wie Hämatome oder Hyperkeratosen. Im schlimmsten Fall kann sich der Zehennagel ganz ablösen oder die Verletzung Eintrittspforte für Infektionen sein. Von der Blasenbildung sind zwischen 20 und 39 Prozent der Marathonläufer eines Wettbewerbs betroffen. Recht schmerzhaft können auch so genannte "Piezogenetische Papeln" der Füße sein. Dabei handelt es sich um Unterhautfett, das in die oberen Hautschichten hineinwächst. Sie können ein Joggen unter Umständen sogar unmöglich machen. Kälte und Feuchtigkeit führen zu so genannten Jogger-Brustwarzen, wenn eine ständige Reibung des T-Shirts die Brustwarzen reizt. Bei einem Marathon sind zwischen 2 und 16 Prozent der Läufer betroffen. Schließlich gefährden auch Umwelteinflüsse die Unversehrtheit der Joggerhaut. Hier sind insbesondere Frost und UV-Strahlung zu nennen, gegen die jeder Läufer sich wappnen sollte. (Quelle: Hautstadt)