30.11.2006

Individuelle Akne-Therapie

Wer akute Akne-Symptome wie Komedonen (Mitesser), Papeln, Pusteln und Zysten erfolgreich behandeln will, sollte diese auch nach dem Abheilen unbedingt weiter behandeln. Denn die topischen Akne-Wirkstoffe bessern nicht nur die bestehenden Symptome, sondern verhindern auch das Auftreten neuer Läsionen. Die Akne-Mittel dürfen nicht nur auf die akut betroffenen Hautareale aufgebracht werden, vielmehr muss die äußerliche Therapie alle Regionen erreichen, die befallen werden können. Wer also unter Gesichts-Akne leidet, muss das gesamte Gesicht behandeln und nicht nur die "Pickel" selbst.

Die Akne-Therapie setzt an unterschiedlichen Punkten an, da mindestens vier verschiedene Mechanismen zur Entwicklung der "Acne vulgaris" beitragen: Überproduktion von Talg, abnormale Abschuppung des Haarfollikelepithels, Vermehrung des Aknebakteriums (Propionibacterium acnes) und Entzündungsreaktion der Haut. Nach neuesten Erkenntnissen spielen auch Faktoren des Immunsystems eine Rolle. Welche der Therapieformen im Einzelfall geeignet ist, richtet sich nach dem Schweregrad und der Dauer der Akne, dem Hauttyp (ein dunkler Hauttyp neigt eher zu einer verstärkten Pigmentierung nach der Entzündung), bereits erfolgter Narbenbildung sowie dem Leidensdruck der Betroffenen. Leichte bis mittelschwere Akne lässt sich in der Regel äußerlich gut therapieren. Zur Verfügung stehen für die äußerliche Anwendung Retinoide (Abkömmlinge von Vitamin A), Antibiotika und Benzoylperoxid. Entzündliche Läsionen wie Pusteln oder Papeln sollten zusätzlich mit topischen antimikrobiellen Substanzen wie Benzoylperoxid behandelt werden. Verschiedene Therapeutika können kombiniert werden.

Wichtig für den Therapieerfolg ist auch die Mitarbeit des Betroffenen, der die Vorgaben des Dermatologen unbedingt einhalten sollte. Ein Versagen der Therapie wird nicht selten durch nachlässige Anwendung der verordneten Akne-Arzneien selbst verschuldet. Vor allen Dingen: Nicht gleich aufgeben, wenn es anfangs nicht zu helfen scheint oder gar schlimmer wird! Bis sich ein Therapieerfolg einstellt, kann es schon einmal zwei bis drei Monate dauern. Wichtig ist es außerdem, Papeln und Pusteln niemals auszudrücken, da dies die Narbenbildung fördern würde. (Quelle: Hautstadt)

Buchtipp: William J.Cunliffe/ Harald P.M. Gollnick: “Akne: Diagnose und Therapie“, Verlag Taylor & Francis Group, ISBN 0-203-59604-8