31.08.2005

Im Trend: Ozontherapie in Sauerstoffbars

Sauerstoffbar "Oxy-flow" Frankfurt/M., Foto: Rhein-Zeitung
Ein neuer Trend aus den USA ist das Atmen von Sauerstoff - und zwar in hochprozentiger Form in so genannten Sauerstoffbars. Die Idee von "Energy durch Airnergy" entstand Mitte der 70er Jahre unter den Dunstglocken asiatischer Großstädte wie Tokio und Peking. Mittlerweile gibt es sie auf der ganzen Welt. In New York und Los Angeles eröffneten 1996 erste Frischluft-Tankstellen. In einem Amsterdamer Club ist Durchatmen bei dicker Luft seit dem vergangenen Oktober möglich. "Der Wunsch nach frischer Luft ist besonders in Regionen mit hoher Luftverschmutzung stark verbreitet", stellt der Geschäftsführer der Oxygenia-Sauerstoffbar in Köln, Andreas Sczeponik, fest. "In Asien boomt der Markt zurzeit."

In den Sauerstoffbars atmet man reinen Sauerstoff, nicht nur zwanzig Prozent, wie er in der Luft vorkommt. Sauerstoff sei ein wahrer Jungbrunnen, sagt Horst Horstmann, Marketingvorstand des Berliner Instituts zur Förderung der Umwelt und Gesundheit. Er und sein Institut betreuen die neu eröffnete Bar im Berliner Kaufhaus Stilwerk. Im Gegensatz zum kurzen Zeitvertreib in der Wellness-Bar gibt es die so genannte Sauerstoff-Mehrschritt-Therapie, entwickelt vom Dresdner Physiker Manfred von Ardenne. Viele Mediziner bieten diese Therapie in ihren Praxen an. Die Therapie umfasst drei Schritte: Im ersten nimmt der Patient Vitamine und Mineralstoffe ein, um den Sauerstoff im Körper besser zu verwerten. Im zweiten Schritt atmet er ein Sauerstoff-Luftgemisch ein, und im letzten Teil der Behandlung muss sich der Patient bewegen, damit der Körper besser durchblutet wird. Die Hamburger Ärztegesellschaft für Sauerstoff-Mehrschritt-Therapie weist darauf hin, dass starker Stress und wenig Bewegung im Körper Sauerstoff- und dadurch Energiemangel auslösen. Die Menschen seien dann anfälliger für Krankheiten und Infektionen. Auch einige Sportler schwören auf verbesserte Leistungsfähigkeit durch Sauerstoff.

Was ist also dran am Sauerstoff? Wenn er helfen soll, dann sicher nur in einer längeren und regelmäßigen Anwendung unter Aufsicht eines Arztes. Sauerstoffbars bieten eher kleine Ruhepausen, die entspannend wirken können. Einen ähnlichen Effekt kann es übrigens haben, an der frischen Luft eine Stunde spazieren zu gehen, behaupten einige Mediziner.
(Quellen: www.lifeline.de; www.mainz-online.de)