25.11.2006

Hopfen ist Arzneipflanze 2007

Foto: Hopfen/Quelle: Heilkräuter.at
Der Hopfen ist vom Studienkreis Entwicklungsgeschichte der Arzneipflanzenkunde an der Universität Würzburg zur Arzneipflanze des Jahres 2007 gewählt worden. Der Nutzen der Kulturpflanze sei nicht nur auf das Brauereiwesen beschränkt, die Extrakte aus den Hopfenzapfen bildeten heute in Kombination mit der Baldrianwurzel meist die Basis für pflanzliche Schlaf- und Beruhigungsmittel, begründete der Studienkreis am Freitag seine Wahl.

Der echte Hopfen ist den Angaben zufolge noch eine verhältnismäßig junge Arzneipflanze. Im Gegensatz zu den allermeisten europäischen Arzneipflanzen, die bereits vor mehr als 2000 Jahren in der Antike Verwendung fanden, haben ihn Griechen und Römer nicht verwendet. In der frühmittelalterlichen Klosterkultur wurde Hopfen zur Konservierung von Getränken, nicht aber medizinisch genutzt. Die beruhigende, schlaffördernde Wirkung des Hopfens wurde zum ersten Mal im Hochmittelalter von arabischen Ärzten in Spanien entdeckt. Dieses Wissen ging jedoch bald wieder verloren. Eine Renaissance erlebte der Hopfen Mitte des 18. Jahrhunderts. Mit Hopfenkissen wurden unter anderem Schlafstörungen behandelt, zum Beispiel beim englischen König Georg III. (1738-1820).

Diese schlaffördernde Wirkung von Hopfen ist heute wissenschaftlich anerkannt, vor allem in Verbindung mit Baldrian. «Klinische Prüfungen der jüngsten Vergangenheit zeigen, dass diese Kombination in der Behandlung von Unruhezuständen und Einschlafstörungen sinnvoll ist», sagte der Sprecher des Würzburger Wahlgremiums, Ralf Windhaber. Die Arzneipflanze des Jahres wird seit 1999 gekürt. (Quelle: NetDoktor)