27.12.2004

Hitze adé - mit Botox gegen übermäßiges Schwitzen

Fotoquelle: www.adverba.at
Ob im heißen Sommer oder frostigen Winter - für die Betroffenen ist es im beruflichen und sozialen Umfeld sehr unangenehm und belastend: übermäßiges Schwitzen an Achseln, Händen und Füßen. Diese auch Hyperhidrose genannte Erkrankung betrifft etwa 2 % der Bevölkerung. Einer Studie mit dem "Dermatology Life Quality Score" zufolge ist die Lebensqualität bei Hyperhidrose stärker eingeschränkt als bei Akne oder Psoriasis. Behandelt wird die Erkrankung gemeinhin mit Salben oder Cremes.

Eine weitere Behandlungsoption ist die Injektion von Botulinumtoxin A, auch kurz "Botox" genannt. Das Nervengift blockiert die Freisetzung von Acetylcholin, das bei der Steuerung der Schweißdrüsen mittels Sympathikus-Nerv eine Rolle spielt. Bei den Erkrankten führen schon geringfügige Temperaturerhöhungen oder Gefühlsregungen zu exzessiven Impulsen dieses Nervs an die Schweißdrüsen.
An die richtige Stelle injiziert, verringert das Gift beispielsweise die Achselnässe. Für den maximalen Effekt werden etwa zehn Injektionen innerhalb von ein bis zwei Wochen benötigt. Die Wirkung hält dann für etwa fünf bis acht Monate an. Untersuchungen Würzburger Neurologen haben gezeigt, dass die Schweißaktivität nach sechs Monaten bei etwa 50 % des Ausgangswertes liegt.

Die Behandlung mit dem seit August vergangenen Jahres für die spezielle Indikation "starke, fortbestehende primäre axilläre Hyperhidrose" zugelassenen Präparat wird (bei ärztlicher Indikation) von den Krankenkassen bezahlt. Voraussetzung ist, dass die Erkrankung störende Auswirkungen auf die Aktivitäten des täglichen Lebens hat und mit einer äußerlichen Behandlung über Cremes und Salben nicht ausreichend kontrolliert werden kann.

Quelle: Hautstadt; Ärzte Zeitung